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Nackt-Deepfakes von Kindern – was Eltern jetzt wissen müssen

Die Digitalisierung bringt viele Chancen mit sich. Gleichzeitig entstehen neue Risiken, die vor wenigen Jahren noch kaum vorstellbar waren. Eine besonders besorgniserregende Entwicklung – BR24 berichtete in dieser Woche in den Sozialen Medien darüber – sind sogenannte Nackt-Deepfakes von Kindern und Jugendlichen.

Dabei werden Fotos von Kindern – oft ganz normale Bilder aus sozialen Netzwerken – mithilfe von Künstlicher Intelligenz manipuliert. Die Software erstellt daraus scheinbar echte Nacktbilder.

Aktuelle Berichte zeigen: Solche Anwendungen wurden weltweit bereits hundertmillionenfach heruntergeladen.

Für Eltern stellt sich deshalb eine wichtige Frage: Wie können wir unsere Kinder schützen?

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>>Warum Kinderbilder im Internet ein Risiko darstellen<<

Viele Eltern posten Bilder ihrer Kinder aus einem verständlichen Impuls heraus:

  • Stolz
  • Freude
  • Familienmomente teilen

Doch im digitalen Raum verlieren Eltern schnell die Kontrolle darüber, wer diese Bilder sieht und weiterverwendet.

Schon ein scheinbar harmloses Foto kann ausreichen:

  • ein Profilbild
  • ein Klassenfoto
  • ein Urlaubsbild
  • ein Bild aus dem Familienchat

Diese Bilder können von Fremden gespeichert und von KI-Programmen als Vorlage verwendet werden.

Wichtig ist deshalb eine unbequeme, aber notwendige Erkenntnis: Sobald ein Bild im Internet ist, gehört es nicht mehr vollständig uns.

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>>Was Eltern konkret tun können<<

1. Kinderbilder möglichst nicht öffentlich posten

Der wichtigste Schutz ist Prävention.

Eltern sollten sich grundsätzlich fragen:

Muss dieses Bild wirklich im Internet sein?

Viele Fachstellen empfehlen inzwischen klar:

  • keine öffentlichen Kinderfotos
  • keine Bilder mit erkennbarem Gesicht
  • keine Bilder im Badeanzug oder Unterwäsche

Auch scheinbar geschlossene Accounts bieten keinen vollständigen Schutz.

2. Privatsphäre-Einstellungen prüfen

Wenn Kinder selbst soziale Netzwerke nutzen, sollten Eltern gemeinsam prüfen:

  • Ist das Profil privat eingestellt?
  • Wer darf Beiträge sehen?
  • Wer darf Nachrichten schicken?

Gerade Jugendliche unterschätzen oft, wie viele Menschen ihre Inhalte sehen können.

3. Familienchats nicht unterschätzen

Viele Eltern denken, dass zumindest der Familien-WhatsApp-Chat sicher ist.

Doch auch hier gilt:

  • Bilder können weitergeleitet werden
  • Smartphones können verloren gehen
  • Accounts können gehackt werden

Ein verantwortungsvoller Umgang mit Kinderbildern gilt deshalb auch im privaten Umfeld.

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>>Wenn ein Kind betroffen ist: Was Eltern tun sollten<<

Sollte ein solcher Fall auftreten, brauchen Kinder vor allem Schutz und Unterstützung.

Der erste Schritt ist deshalb nicht Technik oder Recht – sondern Haltung.

1. Ruhe bewahren

Für ein betroffenes Kind ist die Situation oft extrem belastend.

Eltern sollten klar vermitteln: „Du hast nichts falsch gemacht.“

Die Verantwortung liegt immer bei den Tätern.

2. Beweise sichern

Hilfreich können sein:

  • Screenshots von Profilen
  • Nutzernamen
  • Links
  • Zeitangaben

Wichtig: Keine Screenshots des manipulierten Nacktbildes speichern oder weiterleiten. Das kann rechtlich problematisch sein.

3. Unterstützung holen

Es gibt spezialisierte Beratungsstellen, zum Beispiel:

  • Juuuport
  • Nummer gegen Kummer

Diese Angebote sind anonym und kostenlos.

Sie helfen Jugendlichen und Eltern, die nächsten Schritte zu klären.

.4. Plattformen informieren

Viele Plattformen haben inzwischen Verfahren, um solche Inhalte entfernen zu lassen.

Auch internationale Hilfsangebote wie „Take It Down“ unterstützen dabei, die weitere Verbreitung einzudämmen.

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>>Das Wichtigste für Eltern<<

Bei all der Technik bleibt eine zentrale Botschaft:

Kinder brauchen Eltern, die nicht in Panik reagieren, sondern Orientierung geben.

Das bedeutet:

  • offen über digitale Risiken sprechen
  • keine Schuldzuweisungen
  • gemeinsam Lösungen suchen

Denn Scham und Angst führen oft dazu, dass Kinder Probleme verheimlichen.

Und genau das macht Täter stark.

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–> Zusammenfassung

Künstliche Intelligenz verändert unsere Welt – auch im negativen Sinne.

Der Schutz von Kindern im digitalen Raum wird deshalb immer wichtiger.

Eltern können viel tun:

  • bewusster Umgang mit Kinderbildern
  • Privatsphäre ernst nehmen
  • offen mit Jugendlichen sprechen

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Und vor allem: Wenn etwas passiert, brauchen Kinder keine Vorwürfe – sondern Rückhalt.


Mindestalter für Social media – ja oder nein?

Die Forderung ist wieder laut: Social Media erst ab einem bestimmten Alter?

In Deutschland wird aktuell u. a. über 14 Jahre (teils auch 16) diskutiert – verbunden mit stärkerer Altersverifikation und mehr Plattform-Verantwortung.

Und trotzdem bleibt die Kernfrage: Schützt ein Mindestalter Jugendliche – oder ist es ein gut gemeintes Verbot, das am Alltag scheitert?

Ich beantworte das hier nicht ideologisch, sondern praxisnah – aus Sicht von Jugendhilfe/Eltern- & Jugendcoaching und mit Blick auf die Datenlage.

Worum es eigentlich geht (nicht um “Handy weg”)

Wenn wir über Social Media reden, meinen wir heute nicht nur „Kommunikation“, sondern vor allem:

  • Algorithmische Feeds (endlos, belohnend, suchtähnliche Nutzungsmuster)

  • sozialen Vergleich (Körper, Lifestyle, Status)

  • Dauererreichbarkeit und Gruppendruck

  • Überforderung durch Inhalte (Sexualisierung, Gewalt, Selbstverletzung, Hass)

  • Aufmerksamkeits- und Schlafprobleme (weil Nacht-Nutzung + Dopamin-Schleifen)

Dass das nicht “harmlos” ist, zeigen u. a. europäische Daten: problematische Social-Media-Nutzung bei Jugendlichen ist in Europa von 7% (2018) auf 11% (2022) gestiegen.

Und in Deutschland berichten Studien im Auftrag der DAK von >25% der 10–17-Jährigen mit riskanter oder pathologischer Social-Media-Nutzung.

Argumente für ein Mindestalter

1) Schutz in einer sensiblen Entwicklungsphase

Unter 14 (oder 16) sind viele Jugendliche neuropsychologisch noch stärker anfällig für:

  • Impulssteuerungsschwächen

  • Belohnungslernen (Suchtmechaniken)

  • soziale Abhängigkeit (Zugehörigkeit/Status)

Das ist kein “Versagen” des Kindes – das ist Entwicklung.

2) Verschiebung der Verantwortung: von Eltern zu Plattformen

Ein gesetzliches Mindestalter kann den Druck reduzieren, dass Eltern alleine “gegen TikTok gewinnen müssen”. Genau diese Logik verfolgt z. B. Australien: Plattformen müssen „reasonable steps“ setzen, um Unter-16-Jährige von Accounts abzuhalten.

3) Klarere Leitplanken für Familien und Schulen

Viele Eltern sind in Dauerverhandlungen: „Alle dürfen!“ – „Du zerstörst mein Leben!“
Ein Mindestalter kann Diskussionen entlasten, weil es eine gesellschaftliche Norm stützt.

Argumente gegen ein Mindestalter

1) Umgehung ist realistisch (und passiert schon heute)

Schon jetzt haben viele Plattformen „ab 13“ – und trotzdem sind Jüngere dort. Das zeigt: Ohne echte Altersprüfung bleibt es oft Symbolpolitik.

2) Altersverifikation kann neue Probleme schaffen 

Wir bekommen dann schnell die nächste Baustelle: Wie wird Alter geprüft – Ausweis, Gesichtsscan, Drittanbieter?
Die EU diskutiert/entwickelt zwar Ansätze zu „Age Assurance“, aber der Zielkonflikt bleibt: Schutz vs. Datenminimierung.

3) Verbote lösen nicht die Kompetenzfrage

Selbst wenn ein Kind bis 14/16 „draußen“ bleibt: Danach kommt es rein – und braucht trotzdem:

  • Medienkompetenz

  • Selbststeuerung

  • kritisches Denken

  • Strategien gegen Vergleich, Druck, Manipulation

Ein Verbot kann Zeit kaufen – aber es ersetzt keine Bildung.

Europa/Deutschland: Warum es juristisch und praktisch komplex ist

Frankreich hat (wiederholt) an Altersgrenzen gearbeitet, stieß aber auf Konflikte mit EU-Regeln/Umsetzung.
In Deutschland wird ebenfalls darauf hingewiesen, dass nationale Alleingänge EU-rechtlich und föderal (Zuständigkeiten) schwierig sein können.

.Meine fachliche Einordnung: Ja – aber nur als Teil einer Lösung

Wenn Sie mich als Jugendcoach fragen:
Ein Mindestalter kann sinnvoll sein – aber nur, wenn es an drei Bedingungen geknüpft ist:

Bedingung 1: Plattformen müssen in die Pflicht (Design + Algorithmen)

Nicht nur „Alter abfragen“, sondern:

  • keine algorithmischen Sog-Feeds für Minderjährige

  • keine personalisierte Werbung/Tracking für Minderjährige

  • klare „Stoppschilder“ gegen Endlosnutzung

Bedingung 2: Altersprüfung muss datenschutzarm sein

„Age Assurance“ ja – aber so, dass nicht das nächste Risiko entsteht (Datensammeln als Kollateralschaden).

Bedingung 3: Familien brauchen alltagstaugliche Leitplanken

Denn unabhängig vom Gesetz gilt: Jugendliche brauchen Beziehung + Rahmen.

Was Eltern jetzt tun können – unabhängig vom Gesetz

1) Der 3-Punkte-Familienvertrag (funktioniert besser als Dauerstreit)

(a) Zeitfenster: Social Media nur in definierten Zeiten (z. B. 30–60 Min/Tag)
(b) Zonen: handyfrei beim Essen, im Schlafzimmer nachts, bei Hausaufgaben
(c) Konsequenz: klare, ruhige Folge bei Regelbruch (kein Drama, kein Vortrag)

2) Die „Schlaf ist heilig“-Regel

Viele Eskalationen entstehen aus Übermüdung.
Abends: Handy raus aus dem Zimmer, Wecker analog oder außerhalb laden.
Auch Fachgremien betonen Schlaf/Bewegung als Schutzfaktoren.

3) Inhalt schlägt Kontrolle: 1× pro Woche „Feed-Gespräch“

10 Minuten, ohne Verhör:

  • „Was hat dich diese Woche beschäftigt?“

  • „Was hat dich runtergezogen?“

  • „Was hat dich inspiriert?“

Das baut Schutz auf, weil Jugendliche lernen, Wirkung zu reflektieren.

4) Bei Suchtmustern: nicht moralisch werden – professionell werden

Wenn du merkst: heimlich nachts, Kontrollverlust, Stimmung kippt ohne Handy – dann ist das kein „Ungehorsam“, sondern oft ein Regulationsproblem.

Hier helfen Präventions- und Beratungsangebote (z. B. BZgA-Kampagne „Ins Netz gehen“).

Zusammenfassung: Mindestalter – ja oder nein?

Ja, ein Mindestalter kann Kinder schützen und Familien entlasten – wenn es wirklich durchsetzbar ist und Plattformen Verantwortung tragen.

Nein, wenn es als Ersatz für Medienbildung verkauft wird oder nur ein „Wir haben was getan“-Signal bleibt.

Der wirksamste Weg ist aus meiner Sicht eine Kombination aus:

  • gesetzliche Leitplanken + Plattformpflichten

  • altersarme, datenschutzfreundliche Altersprüfung

  • Medienkompetenz als Pflichtstoff (Schule + Eltern)

  • klare, beziehungsorientierte Regeln in der Familie


Wenn das Unsichtbare unsere Kinder betrifft

Was die Dunkelfeldstudie Eltern wissen lassen sollte

Gewalt gegen Kinder und Jugendliche ist selten laut.
Sie ist oft leise. Versteckt. Verdrängt.

Die aktuelle Dunkelfeldstudie „Lebenssituation, Sicherheit und Belastung im Alltag“ (LeSuBiA), veröffentlicht am 10. Februar 2026 vom Bundeskriminalamt (BKA) in Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium des Innern und für Heimat sowie dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, zeigt ein klares Bild:

Viele Gewalterfahrungen werden niemals angezeigt. Sie bleiben im Dunkeln, dem sog. Dunkelfeld.

Und genau das betrifft unsere Kinder.

Was bedeutet das konkret für junge Menschen?

Die Studie macht deutlich:

  • Ein großer Teil von Gewalt wird nicht bei der Polizei angezeigt – oft weniger als 10 %.

  • Junge Menschen sind bei verschiedenen Gewaltformen überdurchschnittlich betroffen.

  • Besonders häufig bleiben sexualisierte Gewalt, digitale Übergriffe, Stalking und psychische Gewalt unsichtbar.

Für Kinder und Jugendliche bedeutet das:

Sie tragen Erlebnisse mit sich, über die sie nicht sprechen.
Nicht, weil sie nicht wollen – sondern weil sie nicht können.

Scham. Angst. Loyalität gegenüber Täterpersonen.
Oder die Sorge, nicht ernst genommen zu werden.

Gerade im Jugendalter kommt ein weiterer Faktor hinzu:
Identitätsentwicklung. Zugehörigkeit. Abhängigkeit von sozialen Gruppen.

Wer dazugehören will, schweigt manchmal.

Gewalt findet nicht nur „woanders“ statt

Viele Eltern denken bei Gewalt zunächst an fremde Täter oder gefährliche Orte.
Doch die Realität ist komplexer.

Gewalt gegen junge Menschen geschieht häufig:

  • im sozialen Nahraum

  • im schulischen Umfeld

  • in Beziehungen

  • im digitalen Raum

Digitale Gewalt – also Druck, Bloßstellung, sexualisierte Grenzüberschreitungen über Social Media oder Messenger – spielt gerade im Jugendalter eine immer größere Rolle.

Und genau hier wird es für Eltern schwierig:
Vieles geschieht im Verborgenen. Im Smartphone. Im Chatverlauf. In privaten Bildern.

Woran können Eltern merken, dass etwas nicht stimmt?

Die Dunkelfeldstudie liefert Zahlen, aber keine Gebrauchsanweisung.

Aus meiner Erfahrung als Jugendcoach sind es oft folgende Veränderungen, die aufmerksam machen sollten:

  • plötzlicher Rückzug

  • starke Stimmungsschwankungen

  • Schlafstörungen

  • Schulverweigerung

  • selbstverletzendes Verhalten

  • auffällige Aggression oder extreme Anpassung

Wichtig ist: Diese Anzeichen sind keine Beweise, aber sie sind Einladungen hinzuschauen.

Nicht kontrollierend, sondern verbindend, unterstützend und sorgend.

Was Kinder und Jugendliche wirklich brauchen

Kinder brauchen keine perfekten Eltern.
Sie brauchen erreichbare Eltern.

Das bedeutet:

  • Ein Klima, in dem Gefühle ausgesprochen werden dürfen

  • Klare Haltung zu Respekt und Grenzen

  • Offene Gespräche über Körper, Sexualität und digitale Risiken

  • Ernst genommen zu werden – auch bei „kleinen“ Dingen

Viele Jugendliche berichten später: „Ich hätte es erzählt – wenn ich gewusst hätte, dass ich darf.“

Prävention beginnt im Alltag

Prävention ist kein Einmalangebot – sie ist Beziehung.

Sie beginnt, wenn wir:

  • über Grenzen sprechen

  • Nein-Sagen üben

  • digitale Räume nicht verteufeln, sondern begleiten

  • Fehler nicht bestrafen, sondern verstehen wollen

Und sie beginnt bei uns Erwachsenen mit der Frage: 
Sind wir ansprechbar? Oder wirken wir schnell überfordert, moralisch oder abwertend?

Kinder spüren das.

Warum diese Studie wichtig ist

Die Dunkelfeldstudie zeigt uns nicht nur Zahlen.
Sie zeigt uns Verantwortung.

Sie erinnert uns daran, dass das, was wir nicht sehen, trotzdem existiert.
Und dass Schweigen kein Zeichen von Stabilität ist.

Für uns als Eltern bedeutet das nicht Panik, sondern Bewusstsein.

Nicht Misstrauen, sondern Beziehung.

Die Studie im Original

Wer sich selbst ein Bild machen möchte, findet die offizielle Veröffentlichung des Bundeskriminalamtes hier:

https://www.bka.de/SharedDocs/Kurzmeldungen/DE/Kurzmeldungen/260210_LeSuBiA.html

Wenn Sie sich Sorgen um Ihr Kind machen oder unsicher sind, wie Sie ein Gespräch beginnen sollen: Melden Sie sich gerne. Manchmal braucht es nur einen ersten sicheren Schritt.

 

Ein abschließender Gedanke

Die Dunkelfeldstudie macht eines ganz klar: Das Unsichtbare ist real, aber es ist nicht unveränderlich.

Als Gemeinschaft – als Familien, als Gesellschaft – können wir dazu beitragen, dass Gewalt sichtbarer wird, Betroffene gehört werden und Kinder sicherer aufwachsen.

Es lohnt sich also genau hinzusehen, zuzuhören und im Verdachtsfall aktiv zu werden.


Wenn Jugendliche in fiktive Welten flüchten

Jugendliche sitzen vor uns – scheinbar körperlich anwesend, emotional jedoch weit entfernt. Gespräche verlaufen oberflächlich, Interesse scheint nachzulassen und häufig erleben Eltern, Lehrkräfte oder Fachkräfte, dass junge Menschen sich zunehmend in virtuelle oder fiktive Rollenwelten zurückziehen. Gaming-Identitäten, Social-Media-Personas oder Fantasierollen aus Serien und Filmen werden zu zentralen Erlebnisräumen.

Für viele Erwachsene wirkt dieses Verhalten wie ein Rückzug oder sogar wie eine Verweigerung gegenüber der realen Welt. Doch aus entwicklungspsychologischer Perspektive erfüllt dieses Verhalten oft eine wichtige Funktion.

Warum Jugendliche in Rollenwelten flüchten

Die Jugendphase ist geprägt von Identitätssuche, emotionalen Umbrüchen und steigenden Anforderungen. Gleichzeitig verfügen viele Jugendliche noch nicht über ausreichende Strategien zur Emotionsregulation oder zur Bewältigung innerer Konflikte.

Fiktive Rollen können hier mehrere Bedürfnisse erfüllen:

Kontrolle erleben

Während Jugendliche im Alltag häufig Leistungsdruck, Unsicherheit oder soziale Erwartungen erleben, ermöglichen Rollenwelten ein Gefühl von Steuerbarkeit und Einfluss.

Anerkennung und Zugehörigkeit

Virtuelle Gemeinschaften oder Fan-Communities bieten häufig unmittelbare Rückmeldung, Status und soziale Einbindung.

Emotionale Entlastung

Belastende Gefühle wie Frust, Angst oder Selbstzweifel können temporär ausgeblendet werden. Die Rolle wird zum Schutzraum.

Identität erproben

Jugendliche testen unterschiedliche Persönlichkeitsanteile, ohne sich sofort festlegen zu müssen. Dieser Prozess ist grundsätzlich Teil gesunder Entwicklung.

Problematisch wird der Rückzug meist erst dann, wenn reale Entwicklungsräume dauerhaft vermieden werden.

Warum Erwachsene Jugendliche in dieser Phase oft schwer erreichen

Viele Erwachsene reagieren verständlicherweise mit Sorge oder dem Wunsch, schnell Lösungen anzubieten. Jugendliche erleben dies jedoch häufig als Druck oder Bewertung.

Typische Kommunikationsbarrieren sind:

  • Problemfokussierte Gespräche statt Beziehungsangebote
  • Schnelle Bewertung von Medienkonsum oder Gaming
  • Fehlendes Verständnis für die Bedeutung der Rollenwelt
  • Zu hohe Erwartungen an Selbstreflexion oder emotionale Ausdrucksfähigkeit

Jugendliche benötigen in dieser Phase weniger Kontrolle – sondern mehr sichere Beziehungserfahrungen.

Was Jugendliche in dieser Phase wirklich brauchen

Beziehung vor Intervention

Eine tragfähige Beziehung ist die Grundlage jeder Veränderung. Jugendliche öffnen sich selten durch Argumente, sondern durch Vertrauen. Verlässlichkeit, echtes Interesse und authentische Präsenz schaffen emotionale Sicherheit.

Rollenwelten als Ressource verstehen

Anstatt den Rückzug ausschließlich als Problem zu betrachten, lohnt sich ein ressourcenorientierter Blick:

  • Welche Stärken zeigt der Jugendliche in dieser Rolle?
  • Welche Bedürfnisse werden erfüllt?
  • Welche Fähigkeiten lassen sich ins reale Leben übertragen?

Dieser Perspektivwechsel reduziert Widerstand und fördert Selbstreflexion.

Emotionale Sprachfähigkeit fördern

Viele Jugendliche erleben intensive Gefühle, können diese jedoch schwer benennen oder einordnen. Erwachsene können hier unterstützend wirken, indem sie Gefühle spiegeln und verbalisieren, ohne zu bewerten oder zu interpretieren.

Selbstwirksamkeit im realen Leben stärken

Jugendliche brauchen Erfolgserlebnisse außerhalb virtueller Räume. Wichtig dabei:

  • Kleine, erreichbare Ziele
  • Individuell passende Herausforderungen
  • Anerkennung von Fortschritten statt Fokus auf Defizite

Selbstwirksamkeit ist ein zentraler Schutzfaktor für psychische Gesundheit.

Geduld als pädagogische Haltung

Entwicklungsprozesse verlaufen nicht linear. Jugendliche testen Grenzen, ziehen sich zurück und suchen gleichzeitig Orientierung. Nachhaltige Veränderung entsteht selten durch Druck – sondern durch kontinuierliche Begleitung.

Die Rolle von Jugendcoaching in solchen Entwicklungsphasen

Im Jugendcoaching geht es nicht darum, Rückzugsstrategien zu unterbinden, sondern darum, Jugendliche dabei zu unterstützen, ihre inneren Erlebniswelten zu verstehen und mit der realen Lebenswelt zu verbinden.

Coaching kann dabei helfen:

  • Emotionale Prozesse sichtbar zu machen
  • Ressourcen und Stärken zu erkennen
  • Selbstvertrauen aufzubauen
  • Handlungsspielräume zu erweitern
  • Perspektiven für die persönliche Entwicklung zu entwickeln

Jugendliche brauchen Räume, in denen sie sich zeigen dürfen – ohne Bewertung, ohne Leistungsdruck und ohne Erwartungen, sofort funktionieren zu müssen.

Zusammenfassung

Der Rückzug in fiktive Rollen ist häufig kein Zeichen von Desinteresse am realen Leben, sondern ein Versuch, mit inneren Herausforderungen umzugehen. Wenn Erwachsene beginnen, diese Strategien zu verstehen statt sie vorschnell zu bewerten, entstehen neue Zugänge zu jungen Menschen.

Beziehung, Geduld und ressourcenorientierte Begleitung bleiben dabei die wichtigsten Werkzeuge.


170 g Drogen im Club – Wie solche Meldungen auf Jugendliche wirken

Pressemeldung zum Wochenanfang

Am vergangenen Wochenende wurden laut Polizei bei einer Razzia in einem Augsburger Club rund 170 Gramm verschiedener Drogen sichergestellt – darunter Kokain, LSD, Ketamin und Amphetamin. Solche Nachrichten tauchen regelmäßig in den Medien auf. Oft werden sie kurz wahrgenommen, vielleicht diskutiert – und dann wieder vergessen.

Für Jugendliche und junge Erwachsene sind solche Meldungen jedoch mehr als nur eine Randnotiz. Sie spiegeln eine Realität wider, mit der viele früher oder später in Berührung kommen: Gruppendruck, Neugier, Unsicherheiten und die Suche nach Zugehörigkeit.

Wenn Party zur Bewährungsprobe wird

Clubs und Partys gehören für viele Jugendliche zum Erwachsenwerden dazu. Dort treffen sie Freunde, erleben Freiheit und sammeln neue Erfahrungen. Gleichzeitig entstehen genau in solchen Situationen oft Herausforderungen, über die selten offen gesprochen wird:

  • „Alle anderen probieren es doch auch.“

  • „Ich will nicht langweilig wirken.“

  • „Nur einmal ausprobieren kann doch nicht schlimm sein.“

Gerade in der Jugendphase spielt soziale Anerkennung eine enorme Rolle. Das Gehirn befindet sich noch in der Entwicklung, besonders im Bereich der Impulskontrolle und Risikobewertung. Entscheidungen werden dadurch häufiger emotional statt rational getroffen.

Drogen sind selten das eigentliche Problem

Viele Jugendliche greifen nicht aus „Lust auf Gefahr“ zu Drogen. Häufig stecken ganz andere Bedürfnisse dahinter:

  • Stress abbauen

  • Unsicherheiten überdecken

  • Leistungsdruck entkommen

  • Mut für soziale Situationen gewinnen

  • Zugehörigkeit erleben

Das bedeutet nicht, dass Drogenkonsum harmlos ist – im Gegenteil. Aber nachhaltige Prävention beginnt dort, wo wir verstehen, warum Jugendliche überhaupt in solche Situationen geraten.

Was Jugendliche wirklich schützt

Abschreckung allein funktioniert selten. Studien und Erfahrungen aus der Jugendarbeit zeigen, dass andere Faktoren deutlich wirksamer sind:

1. Starke Beziehungen

Jugendliche brauchen Erwachsene, die zuhören statt verurteilen. Vertrauen ist oft der wichtigste Schutzfaktor.

2. Selbstwert und Identität

Wer sich selbst kennt und akzeptiert, ist weniger anfällig für Gruppendruck.

3. Entscheidungsfähigkeit

Nein sagen zu können, ist keine Selbstverständlichkeit. Diese Fähigkeit muss gelernt und geübt werden.

4. Offene Gespräche statt Tabus

Je verbotener ein Thema wirkt, desto attraktiver kann es werden. Ehrliche Aufklärung hilft mehr als moralische Vorträge.

Die Rolle von Eltern und Bezugspersonen

Viele Eltern unterschätzen, wie sehr ihre Haltung Einfluss hat. Jugendliche orientieren sich weniger an Verboten – aber stark an Vorbildern und Beziehungssicherheit.

Hilfreich sind Fragen wie:

  • Fühlt sich mein Kind bei mir sicher genug, ehrlich zu sein?

  • Reagiere ich mit Interesse oder sofort mit Bewertung?

  • Spreche ich offen über Risiken, ohne Angst zu erzeugen?

Prävention beginnt lange vor der ersten Party

Jugendliche brauchen Kompetenzen fürs Leben – nicht nur Regeln für einzelne Situationen. Dazu gehören:

  • Emotionen verstehen und regulieren

  • Mit Stress umgehen können

  • Eigene Grenzen erkennen

  • Verantwortung für Entscheidungen übernehmen

Genau hier setzt moderne Jugend- und Coachingarbeit an.

Unser Auftrag als Gesellschaft

Razzien und Polizeimeldungen zeigen Symptome. Die Ursachen liegen oft tiefer – in Leistungsdruck, Orientierungslosigkeit, fehlender emotionaler Begleitung oder mangelnden Zukunftsperspektiven.

Wenn wir Jugendliche wirklich schützen wollen, brauchen wir:

  • mehr Aufklärung

  • mehr echte Gespräche

  • mehr sichere Räume zum Ausprobieren

  • mehr Begleitung statt Kontrolle

Was das in Summe bedeutet

Jugendliche brauchen keine perfekten Eltern oder Coaches. Sie brauchen erreichbare, ehrliche und interessierte Erwachsene.

Denn echte Stärke entsteht nicht durch Verbote – sondern durch Beziehung, Vertrauen und Orientierung.


Alkohol ist der Sanitäter in der Not – Wenn alte Wunden wieder aufbrechen

Die wahre Geschichte einer Mutter und eines Jugendlichen zwischen den Fronten

„Alkohol ist der Sanitäter in der Not..“ heißt es in einem deutschen Song von 1984. „Alkohol ist das Schiff, mit dem du untergehst…“ – und das nach zehn Jahren Abstinenz.

Zehn Jahre, in denen eine Frau ihr Leben neu aufgebaut hat: als alleinerziehende Mutter, als verlässliche Bezugsperson, als jemand, der Verantwortung übernommen hat – für sich und für ihr Kind.

Dann tritt ein neuer Mann in ihr Leben. Charmant. Zugewandt. Überzeugend. Sie ziehen zusammen und langsam, kaum spürbar, beginnt sich etwas zu verschieben.

Was folgt, ist kein „plötzlicher Rückfall“. Es ist ein schleichender Prozess – mit tiefen Folgen.

 

Wenn emotionale Gewalt nicht als solche erkannt wird

Narzisstisch geprägte Beziehungen beginnen selten laut. Sie beginnen oft mit Aufmerksamkeit, Idealisierung und dem Gefühl, endlich gesehen zu werden.

Doch mit der Zeit verändern sich Ton und Dynamik: subtile Abwertungen, Schuldumkehr, emotionale Kälte im Wechsel mit Nähe und Infragestellen der Wahrnehmung („Das bildest du dir ein“).

Für Menschen mit einer Suchterkrankung in der Vergangenheit sind solche psychischen Attacken hochgradig triggernd. Nicht, weil sie „schwach“ sind – sondern weil alte Bewältigungsstrategien unter extremem Stress wieder aktiviert werden.

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Rückfall ist kein Versagen – sondern ein Warnsignal

Der Griff zum Alkohol ist hier kein Ausdruck von Gleichgültigkeit. Er ist ein Zeichen von Überforderung.

Die Frau trinkt nicht, weil sie „nicht genug gekämpft“ hätte. Sie trinkt, weil ihre Grenzen systematisch untergraben wurden, ihr Selbstwert destabilisiert ist und sie den inneren Druck anders nicht mehr regulieren kann.

Ein Rückfall nach zehn Jahren Abstinenz ist schmerzhaft – aber er löscht diese zehn Jahre nicht aus.

 

Der Jugendliche: Wenn es einfach zu viel wird

Für den jugendlichen Sohn ist die Situation kaum auszuhalten. Er erlebt eine Mutter, die nicht mehr stabil wirkt, eine Beziehung, die sich „falsch“ anfühlt, emotionale Unsicherheit im eigenen Zuhause und hautnah die Schattenseiten von Sucht.

Jugendliche reagieren darauf oft nicht mit Gesprächen, sondern mit Distanz. Nicht aus Lieblosigkeit – sondern aus Selbstschutz.

Rückzug bedeutet hier: „Ich kann das nicht tragen.“

Diese Distanz ist kein endgültiger Abschied. Sie ist ein Schutzmechanismus eines jungen Menschen, der Halt sucht.

 

Die entscheidende Frage: Bekommt sie die Kurve?

Ja – sie kann. Aber nicht allein. Und nicht durch bloßes „Zusammenreißen“.

Entscheidend sind drei Punkte:

1. Das Erkennen der Dynamik

Solange der Fokus nur auf dem Alkohol liegt, bleibt die Ursache unsichtbar. Erst wenn die emotionale Gewalt als solche benannt wird, entsteht Handlungsspielraum.

2. Trennung von Schuld und Verantwortung

Die Mutter trägt Verantwortung für ihr Handeln – aber nicht die Schuld für die manipulative Dynamik, in die sie geraten ist. Diese Unterscheidung ist zentral, um wieder in die Selbstwirksamkeit zu kommen.

3. Beziehung vor Erziehung

Bevor es um Regeln, Erwartungen oder „Wiedergutmachung“ geht, braucht es etwas anderes: Beziehungsarbeit –  und zwar zu sich selbst. Und später – vorsichtig – zum Sohn.

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Wo individuelle Begleitung ansetzt

In komplexen Familiensituationen wie dieser, greifen Standardlösungen oft zu kurz. Was es braucht, ist individuelle, beziehungsorientierte Begleitung. In meiner Arbeit als Jugendcoach erlebe ich immer wieder:

  • wie sehr Jugendliche unter unausgesprochenen Loyalitätskonflikten leiden

  • wie viel Schuld und Scham Eltern mit sich tragen

  • wie entlastend es ist, wenn jemand von außen sortiert, spiegelt und stabilisiert

Gerade im 1:1-Setting entsteht ein Raum, in dem:

  • Muster erkannt werden dürfen

  • Verantwortung ohne Beschämung möglich wird

  • neue Handlungsoptionen wachsen können

Nicht sofort. Aber Schritt für Schritt.

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Und der Jugendliche? der Sohn? das Kind?

Jugendliche kommen oft zurück, wenn sie wieder Sicherheit spüren.
Nicht durch Versprechen. Nicht durch Erklärungen. Sondern durch verlässliche Veränderungen. Hierzu zählen emotionale Stabilität, authentische Verantwortung und das ehrliche Signal: „Ich arbeite an mir – für uns.“

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Keine einfache Geschichte – aber eine mögliche

Diese Geschichte hat keinen schnellen Wendepunkt. Aber sie hat eine Richtung.

Rückfälle, Beziehungsabbrüche und Distanz bedeuten nicht, dass alles verloren ist. Sie sind oft der Moment, in dem etwas nicht mehr verdrängt werden kann. Und manchmal beginnt genau dort die echte Veränderung.


Jugend und Adipositas – Gruppen-Reha oder Einzelcoaching?

Für viele Jugendliche mit Adipositas beginnt der Weg mit Hoffnung: Eine einjährige Reha-Maßnahme – endlich bewilligt, endlich die langersehnte Hilfe: Struktur. Fachpersonal. Ein klares Konzept. Und manchmal – wenn nicht sogar oft, denn ich habe nun bereits den dritten Jugendlichen kennengelernt, bei dem das Reha-Konzept langfristig kläglich versagt hat – endet dieser Weg mit Enttäuschung.

Nicht, weil die Jugendlichen „nicht mitgemacht“ hätten – sondern weil Standardprogramme nicht zu jedem Leben, nicht zu jeder Persönlichkeit, nicht zu jeder Geschichte passen. Wenn eine Reha keinen nachhaltigen Erfolg bringt, bleibt oft das bitteres Gefühl zurück: „Ich habe es versucht – und wieder versagt.“ Doch genau hier lohnt sich ein genauerer, ehrlicher Blick.

 

Wenn Programme scheitern, scheitert auch der Mensch

Reha-Maßnahmen arbeiten meist mit klaren Strukturen, Gruppenangeboten und allgemeinen Zielen. Für manche Jugendliche ist das hilfreich, für andere eher nicht. Gerade Jugendliche, die emotional stark belastet sind, sich schnell vergleichen oder beschämen, ein geringes Selbstwertgefühl haben, mit Kontrolle, Druck oder Erwartungen kämpfen oder bereits eine lange Geschichte des „Nicht-Genügens“ mitbringen, erleben solche Maßnahmen oft als weiteren Ort des Funktionierens, nicht als Ort des Verstehens. Dann ist das Ergebnis nicht fehlende Motivation – sondern Rückzug, innerer Widerstand oder Erschöpfung.

 

Adipositas ist mehr als Ernährung und Bewegung

Jugendliche mit Adipositas wissen in der Regel sehr genau, was gesund wäre. Was oft fehlt, ist nicht Wissen , sondern innere Sicherheit, Selbstwirksamkeit und ein tragfähiges Gefühl von „Ich darf mich entwickeln. Hinter dem Gewicht stehen häufig Stressregulation über Essen, emotionale Überforderung, familiäre Dynamiken, soziale Ausgrenzung oder Mobbing, ein gestörtes Körperbild oder das Gefühl, ständig bewertet zu werden. All das lässt sich nicht in Gruppenstunden „abarbeiten“.

 

Warum individuelle 1:1-Begleitung nach einer Reha so wichtig ist

Wenn eine Maßnahme nicht gegriffen hat oder nur kurzfristig erfolgreich war, braucht es keinen neuen Druck, sondern einen anderen Zugang. In einer 1:1-Begleitung geht es nicht darum, ein weiteres Programm „durchzuziehen“, sondern den Jugendlichen als ganzen Menschen zu sehen, Tempo, Themen und Ziele individuell zu gestalten, Vertrauen aufzubauen – oft zum ersten Mal ohne Leistungsbewertung, Zusammenhänge zwischen Verhalten, Emotionen und Selbstbild zu verstehen realistische, alltagstaugliche Schritte zu entwickeln – nicht gegen das Übergewicht, sondern mit dem Jugendlichen.

 

Mein Ansatz bei der Arbeit mit Jugendlichen 

In meiner Arbeit als Jugendcoach begleite ich junge Menschen individuell, wertschätzend und auf Augenhöhe – besonders dann, wenn klassische Maßnahmen nicht funktioniert haben.

Im Mittelpunkt steht nicht das Gewicht allein, sondern Fragen wie:

    • Was brauchst du wirklich, um dich sicherer zu fühlen?

    • Was stresst dich – und wie gehst du bisher damit um?

    • Welche Rolle spielt Essen in deinem Alltag?

    • Was wäre ein kleines, erreichbares Ziel – nur für dich?

In der 1:1-Begleitung geht nicht um Kontrolle, sondern um Beziehung, Orientierung und Entwicklung.

 

Kleine Schritte statt großer Versprechen

Nach einer erfolglosen Reha ist es wichtig, den Blick zu verändern. Nicht „Warum hat es nicht geklappt?“ sondern „Was hat bisher gefehlt?“ Manchmal ist es jemand, der wirklich zuhört, ein Raum ohne Bewertung, ein realistischer Rahmen oder die Erlaubnis, nicht perfekt sein zu müssen. Veränderung entsteht selten durch Druck. Sie entsteht dort, wo ein junger Mensch sich gesehen fühlt.

 

Ein neuer Weg darf anders aussehen

Eine gescheiterte Maßnahme ist kein Endpunkt. Sie ist auch keine Schuldzuweisung. Sie kann der Anfang eines Weges sein, der individueller, menschenbezogener und nachhaltiger ist. Jugendliche brauchen keine weiteren Programme, die ihnen sagen, was sie falsch machen. Sie brauchen Erwachsene, die ihnen zutrauen, ihren eigenen Weg zu finden – Schritt für Schritt.


ADS im Erwachsenenalter – was die aktuelle Forschung dazu sagt

ADS (heute meist unter dem Begriff ADHS zusammengefasst) galt lange als „Kinderproblem“. Wer es nicht „herausgewachsen“ hat, so die Annahme, hatte sich einfach nicht genug angestrengt. Heute wissen wir: Das stimmt so nicht.

 

Erwachsene reflektieren sich heute besser, als noch vor 10 Jahren

Immer mehr Erwachsene erkennen sich erst spät in Beschreibungen von ADS wieder – oft nach Jahren von Überforderung, Selbstzweifeln oder dem Gefühl, „irgendwie anders“ zu sein. Doch wie belastbar ist dieses Wissen eigentlich? Und was sagt die aktuelle Forschung wirklich dazu?

Eine sehr neue, große Übersichtsarbeit hat genau das untersucht – und bringt mehr Klarheit in eine oft emotional geführte Debatte.

Diese Woche erschien eine sogenannte Umbrella Review in einem der renommiertesten medizinischen Fachjournale (BMJ).

Das Besondere daran: Hier wurden nicht einzelne Studien, sondern zahlreiche systematische Übersichtsarbeiten und Meta-Analysen zusammengeführt. Ziel war es, die bestmögliche Gesamteinschätzung zu ADHS-Behandlungen über die Lebensspanne zu geben – auch für Erwachsene.

 

Auf was genau der Focus gerichtet wurde

Untersucht wurden medikamentöse Behandlungen, psychotherapeutische Ansätze, weitere nicht-medikamentöse Interventionen, Wirksamkeit und Nebenwirkungen und Qualität und Sicherheit der vorhandenen Evidenz. Die Ergebnisse hierzu waren teilweise überraschend.

 

Zentrale Erkenntnisse für Erwachsene mit ADS

1. Medikamente können helfen – aber sie sind kein Wundermittel

Für Erwachsene zeigen Stimulanzien wie Methylphenidat sowie Atomoxetin eine nachweisbare kurzfristige Verbesserung der Kernsymptome wie Unaufmerksamkeit und Impulsivität.

Aber Medikamente können nur entlasten, ersetzen aber weder Selbstverständnis noch Alltagsstrategien – und sie passen nicht zu jeder Lebenssituation.

2. Psychotherapie ist mehr als „Begleitprogramm“

Besonders kognitive Verhaltenstherapie (CBT) für Erwachsene mit ADHS wird als eine der robusteren nicht-medikamentösen Optionen bewertet.

Dabei geht es nicht um „sich zusammenreißen“, sondern um Struktur und Selbstorganisation, den Umgang mit Aufschieben und Überforderung, realistischer Zielsetzung und der Arbeit an Selbstwert und innerem Druck.

3. Viele Ansätze klingen gut – sind aber noch nicht gut erforscht

Achtsamkeit, Coaching, Trainingsprogramme, digitale Tools oder Sportinterventionen zeigen teils vielversprechende Effekte.

Die Studie macht jedoch deutlich: Die wissenschaftliche Absicherung ist oft noch schwach. Das heißt nicht, dass diese Ansätze „nichts bringen“. Es heißt nur, dass Wirkung und Grenzen ehrlich kommuniziert werden sollten – und zwar ohne Heilsversprechen.

4. Der größte blinde Fleck: Langzeitperspektiven

Ein zentrales Ergebnis der Review ist, dass es kaum hochwertige Langzeitstudien zu Erwachsenen mit ADHS gibt.

Das ist relevant, weil ADS keine Phase ist, sondern für viele eine lebenslange neurobiologische Besonderheit. Umso wichtiger sind individuelle, anpassbare Wege statt kurzfristiger Lösungen.

 

Was das das für Betroffene bedeutet

ADS im Erwachsenenalter ist keine Modeerscheinung, aber auch keine einfache Diagnose mit einer einfachen Lösung.

Die aktuelle Forschung spricht für individuelle Entscheidungen statt Pauschallösungen, eine Kombination aus Wissen, Struktur, ggf. Therapie und Selbstakzeptanz und regelmäßiges Überprüfen: Was hilft mir – und was nicht mehr?

Nicht die perfekte Methode verändert das Leben – sondern ein passender, ehrlicher Umgang mit den eigenen Voraussetzungen.

 

ADS ist kein Defizit – aber auch kein „Superpower“-Mythos

Die Forschung zeigt klar: ADS bringt echte Herausforderungen, gerade im Erwachsenenalltag.

Gleichzeitig erleben viele Betroffene Kreativität, Intensität, Empathie und ungewöhnliche Denkwege.

Beides darf nebeneinander stehen.

Und genau dort beginnt Entwicklung – die auf ADHS spezialisierte Coaches ideal begleiten und kanalisieren können.


DAS JUGENDWORT DES JAHRES 2025 WIRD….

Es ist wieder Zeit für das Jugendwort des Jahres. 11- bis 20-Jährige reichen jährlich ihre persönlichen Vorschläge ein. Der Langenscheidt Verlag ermittelte 2025 eine sechsstellige Zahl an Einsendungen.

 

Die Top 3 wird demnächst veröffentlicht

Anfang September werden die Top-3-Begriffe veröffentlicht und das Voting – das online abgehalten wird – geht in die letzte Runde. Die Bekanntgabe des Gewinnerwortes, dem „Jugendwort 2025“, erfolgt am 18.10.2025 – übrigens auf der Frankfurter Buchmesse.

 

Die Nominierungen 2025

Aus tausenden Einsendungen hat die Jury die folgenden zehn Begriffe nominiert:

  1. „Checkst du?“
    Wird genutzt, um sicherzugehen, dass jemand wirklich versteht, worum es geht. Beispiel: „Ich erklär’s dir jetzt zum letzten Mal, checkst du?“
  2. „Das crazy“
    Allzweck‑Ausdruck, wenn man sprachlos ist oder keine Lust auf eine ausführlichere Reaktion hat – vergleichbar mit „Aha“ oder „Okay“ 
  3. „Digga(h)“
    Klassiker unter Jugendlichen: Slang für Bro, Kumpel, Alter – als Anrede oder Ausruf nutzbar. Beispiel: „Digga, was war das bitte für ein Move?!“
  4. „Goonen“
    Ursprünglich Slang für exzessive Selbstbefriedigung (Dopaminsucht), inzwischen gelegentlich allgemein verwendet. (Das Langenscheidt‑Gremium weist explizit auch auf Gesundheitsrisiken hin.)
  5. „Lowkey“
    Bedeutet „insgeheim“, „ein bisschen“ oder „dezent“. Beispiel: „Lowkey feiere ich das Outfit schon.“
  6. „Rede“
    Wörtlich „Sprich!“ oder Zustimmung: Ein verbaler Applaus, wenn jemand etwas trifft, was alle denken. Beispiel: „Lehrer sollten mehr verdienen!“ – „Rede!“
  7. „Schere“
    Ausdruck für das Eingeständnis eines Fehlers. Statt Ausreden zu suchen, „Schere!“ rufen – symbolisch die Schuld übernehmen.
  8. „Sybau“
    Abkürzung für „Shut your bitch ass up“ – bedeutet also „Sei leise“. Wird teils ironisch oder augenzwinkernd verwendet.
  9. „Tot“
    Nutzt man, um eine Situation als extrem peinlich, langweilig oder uncool zu beschreiben. Beispiel: „Alle auf der Party sitzen am Handy, Musik leise – tot.“
  10. „Tuff“
    Vom Englischen „tough“ abgeleitet, aber im deutschen Slang viel breiter: „krass“, „cool“ oder „beeindruckend“. Beispiel: „Der Trick war echt tuff, Bro.“

 

Bekanntgabe durch ein bekanntes Gesicht

„Das Jugendwort“ wird übrigens – wie jedes Jahr –  von TAGESSCHAU-Sprecherin Susanne Daubner bekannt gegeben. Besonders witzig ist es, wenn man sich auf YouTube die Präsentationen der letzten Jahre mal zusammenfassen lässt.

 

Das Jugendwort des Vorjahres

2024 wurde das Jugendwort des Jahres „Aura“. (Aura beschreibt die Ausstrahlung oder das Charisma einer Person – und wird häufig humorvoll gebraucht, etwa mit Plus oder Minus Zahlen: „minus 50 Aura!“)

 

And the winner is

Es wird sich bald zeigen, welches Wort 2025 der Sieger werden wird. Klar ist mir geworden: Diese Art von Sprache bedarf in meiner Altersklasse schon fast ein eigenes Wörterbuch. Wie geht es Ihnen damit?


GAZASTREIFEN – KINDER BRAUCHEN SCHUTZ UND ZUKUNFT

UNICEF, das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen, hat erneut mit eindringlichen Worten zu einem dauerhaften Waffenstillstand im Gazastreifen aufgerufen. Die Organisation warnt davor, dass die anhaltende Gewalt katastrophale und langfristige Folgen für die körperliche wie auch psychische Gesundheit von Kindern hat.

Die Lebensbedingungen sind desaströs 

Millionen Mädchen und Jungen leben dort unter Bedingungen, die für kein Kind auf der Welt tragbar sind: tägliche Todesangst, akuter Hunger, fehlende medizinische Versorgung, Krankheiten und der Verlust von Eltern, Geschwistern oder Freunden prägen ihren Alltag.

UNICEF betont die Schutzbedürftigkeit von Kindern 

„Kinder brauchen Sicherheit, Geborgenheit und Bildung – nicht Bomben“, betont UNICEF nachdrücklich. Doch genau diese grundlegenden Rechte werden Kindern im Gazastreifen seit Monaten systematisch verwehrt. Schulen sind zerstört oder nicht zugänglich, Krankenhäuser überlastet oder beschädigt, und selbst sichere Rückzugsorte existieren kaum noch. Für viele Kinder ist es unmöglich, regelmäßig zu lernen, medizinische Hilfe zu erhalten oder auch nur einen Moment unbeschwert zu spielen. Stattdessen sind sie Zeugen von Gewalt, Zerstörung und Tod – Erfahrungen, die tiefe seelische Wunden hinterlassen.

Die psychische Belastung ist enorm

Besonders alarmierend ist die psychische Belastung: Viele Kinder zeigen Anzeichen schwerer Traumatisierung, leiden unter Angststörungen, Schlaflosigkeit und Hoffnungslosigkeit. Diese Erlebnisse enden nicht mit dem Schweigen der Waffen – sie begleiten die Betroffenen oft ein Leben lang und beeinträchtigen ihre Entwicklung, ihre Bildungschancen und ihre Zukunftsperspektiven.

Kinder brauchen mehr als nur Nahrung

Mit Blick auf Familien und Kinder weltweit, auch in Deutschland, macht UNICEF deutlich: Kein Kind sollte mit dem ständigen Lärm von Bomben, der Angst vor dem nächsten Angriff oder der Unsicherheit über das eigene Überleben aufwachsen müssen. Frieden ist dabei nicht nur ein abstraktes politisches Ziel, sondern die grundlegende Voraussetzung dafür, dass Kinder gesund aufwachsen, lernen und ihre Potenziale entfalten können.

Der Schutz der Kinder muss im Mittelpunkt stehen

UNICEF appelliert daher eindringlich an die internationale Gemeinschaft, politische Entscheidungsträger und alle Konfliktparteien, den Schutz der Kinder in den Mittelpunkt allen Handelns zu stellen. Humanitäres Völkerrecht müsse eingehalten, Hilfszugänge gesichert und ein nachhaltiger Frieden angestrebt werden. Denn jedes Kind – unabhängig davon, wo es lebt – hat das unveräußerliche Recht auf Leben, Schutz, Bildung und eine Zukunft in Frieden.


WENN DIE KINDER FLÜGGE WERDEN – DER UMZUG INS EIGENE ZUHAUSE

Der Auszug eines Kindes aus dem Elternhaus ist ein bedeutender Meilenstein – sowohl für die Eltern, als auch für den Sohn oder die Tochter. Er markiert den Übergang von der Kindheit zur Selbstständigkeit, bringt aber auch emotionale, organisatorische und finanzielle Herausforderungen mit sich. Damit dieser Schritt für alle Beteiligten gut gelingt, ist eine bewusste Vorbereitung und gegenseitige Offenheit entscheidend.

 

  1. Loslassen lernen – emotionaler Abschied mit Perspektive

Für viele Eltern ist der Auszug ein ambivalentes Ereignis: Einerseits sind sie stolz auf die Selbstständigkeit ihres Kindes, andererseits spüren sie den Verlust. Auch der Sohn oder die Tochter kann zwischen Vorfreude und Unsicherheit schwanken.

Offene Gespräche über diese Gefühle helfen, Missverständnisse zu vermeiden und das Vertrauen zu stärken. Wichtig ist, dass Eltern loslassen können – nicht, um die Beziehung zu beenden, sondern um sie auf eine neue, erwachsene Ebene zu heben.

TIPP: Bleiben Sie im Gespräch – auch nach dem Auszug. Gemeinsame Besuche, regelmäßige Telefonate oder ein gemeinsames Essen schaffen neue Rituale und erhalten den Kontakt.

 

  1. Organisation ist das halbe Leben – praktische Vorbereitung

Ein Umzug erfordert Planung. Hierzu zählen Wohnungssuche, Mietvertrag, Möbel, Ummeldung, Versicherungen – das kann gerade für junge Menschen überwältigend sein.

Eltern können hier eine wichtige Unterstützung bieten, ohne alles zu übernehmen.

      Checkliste für den Start ins eigene Wohnumfeld:

  • Wohnungssuche (Lage, Preis, Sicherheit, Verkehrsanbindung berücksichtigen)
  • Verträge abschließen/anpassen: Strom, Internet, ggf. Rundfunkbeitrag anmelden
  • Ummeldung beim Einwohnermeldeamt, der Bank und bei Vereinen etc.
  • Versicherungen prüfen/anpassen: Hausrat-, Haftpflicht- und ggf. Rechtsschutzversicherung
  • Budget planen: Miete, Nebenkosten, Lebenshaltung, Rücklagen

TIPP: Ein gemeinsames Erstellen einer Umzugs-Checkliste schafft Struktur und Sicherheit – für beide Seiten.

 

  1. Selbstständigkeit fördern – Verantwortung abgeben

Der Auszug ist der ideale Zeitpunkt, um Verantwortlichkeiten abzugeben. Der Sohn oder die Tochter sollte lernen, selbständig mit Geld, Haushalt und Behörden umzugehen. Eltern können dabei beraten, sollten aber nicht in alte Muster zurückfallen.

      Was junge Erwachsene lernen sollten oder bestenfalls schon können:

  • Eigenständiges Kochen, Einkaufen und Haushaltsführung
  • Umgang mit Geld und Verträgen
  • Zeitmanagement und Organisation des Alltags
  • Sich selbst zu motivieren und Verantwortung zu übernehmen

TIPP: Lassen Sie Raum für Fehler. Aus kleinen Pannen entstehen oft die besten Lerneffekte.

 

  1. Finanzielle Fragen klären – Unterstützung mit Augenmaß

Ob Ausbildung, Studium oder Berufseinstieg – oft reicht das eigene Einkommen anfangs nicht aus. Eine finanzielle Unterstützung durch die Eltern ist in vielen Fällen sinnvoll, sollte aber klar geregelt sein.

      Mögliche Regelungen:

  • Monatlicher Zuschuss mit klarer Absprache
  • Unterstützung bei Kaution oder Einrichtung
  • Hilfe bei der Beantragung von BAföG oder Wohngeld

TIPP : Sprechen Sie offen über Ihre Möglichkeiten und Erwartungen – so vermeiden Sie spätere Konflikte.

 

  1. Ein neuer Abschnitt für alle – Chancen nutzen

Der Auszug markiert auch für die Eltern einen Neubeginn. Die gewonnene Zeit und Ruhe können für neue Aktivitäten, Hobbys oder eigene Weiterentwicklung genutzt werden. Der Wechsel vom Familienalltag zur Paarbeziehung oder zum Alleinleben kann bereichernd sein – wenn man ihn aktiv gestaltet.

TIPP: Sehen Sie den Auszug nicht als Verlust, sondern als Entwicklungsschritt – für Ihr Kind und für sich selbst.

 

F a z i t

Ein gelungener Auszug ist mehr als ein logistisches Projekt – er ist ein Übergang in eine neue Lebensphase. Mit gegenseitigem Vertrauen, guter Planung und einer Portion Gelassenheit wird aus dem „Loslassen“ ein „Weitergehen“ – gemeinsam und auf Augenhöhe. Eltern und Kinder bleiben verbunden, auch wenn sie nicht mehr unter einem Dach wohnen.

Falls Sie Unterstützung hierbei benötigen, stehe ich gerne mit Rat und Tat zur Seite. Buchen Sie gerne einen Termin hierzu über meine Website. 


ADHS BEI JUGENDLICHEN – WAS ELTERN WISSEN SOLLTEN

Der Internationale bzw. Welt‑ADHS‑Tag fand am vergangenen Sonntag – wie jedes Jahr – am 13. Juli statt. Er wurde 2012 von Prof. Russell A. Barkley initiiert, um das Bewusstsein für ADHS zu schärfen und über die Erkrankung aufzuklären. ADHS ist keine Modeerkrankung, auch wenn diese oft bagatellisiert wird.

 

Was genau ADS ist und welche Unterscheidung es zu beachten gilt

ADHS – die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung – ist eine der häufigsten neurobiologischen Entwicklungsstörungen im Kindesalter. Sie zeigt sich durch Symptome wie Unaufmerksamkeit, Impulsivität und Hyperaktivität. Doch ADHS ist weit mehr als „Zappeligkeit“ – es betrifft das Denken, Fühlen und Handeln eines Kindes im Alltag.

 

Medikation ist dank Social Media im schlechten Licht

Oftmals ist – häufig mit dem Protest der Eltern verbunden – medikamentöse Unterstützung notwendig, um die Symptomatik zu regulieren und die in Folge beschriebenen Auffälligkeiten besser in den Griff zu bekommen. Negativ zu erwähnen sind online-Foren, wo ärztliche Entscheidungen von tausenden „Spezialist:innen“ diskutiert werden.

 

Woran Sie ADHS erkennen können

UNAUFMERKSAMKEIT

Jugendliche mit ADHS

* verlieren häufig Dinge (z. B. Schlüssel, Hausaufgaben, Handy),

* haben Schwierigkeiten, längere Aufgaben zu organisieren oder zu beenden,

* sind oft leicht ablenkbar, besonders durch digitale Medien,

* wirken gedanklich abwesend oder träumen häufig vor sich hin,

* machen Flüchtigkeitsfehler, auch bei Aufgaben, die sie eigentlich beherrschen,

* können sich schwer konzentrieren – besonders bei wenig interessanten Themen.

 

IMPULSIVITÄT

Impulsives Verhalten zeigt sich bei Jugendlichen oft als

* unüberlegte Entscheidungen (z. B. gefährliches Verhalten, riskante Online-Aktivitäten),

* schnelles Sprechen ohne nachzudenken,

* häufige Unterbrechungen in Gesprächen,

* emotionale Reaktionen, die übertrieben wirken (Wut, Frust, Ungeduld),

* Probleme mit Regeln und Autorität – auch durch impulsives Hinterfragen oder Verweigern.

 

HYPERAKTIVITÄT

Im Jugendalter wird die körperliche Unruhe oft weniger sichtbar, bleibt aber als innere Unruhe bestehen

* ständiges Herumzappeln mit Händen oder Beinen,

* Schwierigkeiten, ruhig zu sitzen oder längere Zeit bei einer Sache zu bleiben (z. B. im Unterricht),

* ein ständiges Gefühl, „unter Strom zu stehen“,

* übermäßiger Rededrang oder das Bedürfnis, ständig in Bewegung zu sein.

 

BEGLEITENDE PROBLEME

ADHS im Jugendalter geht häufig mit weiteren Schwierigkeiten einher. Hierzu zählen z.B.

* Leistungsabfall in der Schule – trotz normaler Intelligenz,

* niedriges Selbstwertgefühl, oft durch ständige Kritik oder Misserfolge,

* soziale Konflikte oder Probleme, Freundschaften zu pflegen,

* Stimmungsschwankungen, Ängste oder depressive Symptome.

 

Wie Sie als Eltern unterstützen können

  • Verständnis zeigen: ADHS ist keine „Erziehungsfrage“. Es geht nicht um Faulheit oder Absicht, sondern um eine anders arbeitende Hirnstruktur.
  • Struktur geben: Feste Routinen und klare Regeln helfen Kindern mit ADHS, sich besser zu orientieren.
  • Geduld üben: Rückschläge gehören dazu – Fortschritte brauchen Zeit.
  • Hilfe annehmen: Eine frühzeitige Diagnostik und Beratung (z. B. durch Kinderärzte, Psychologen oder Frühförderstellen) kann sehr entlastend sein. Im Rahmen ambulanter Erziehungshilfen gewähren Jugendämter pädagogische Unterstützung für Zuhause.

 

Gut zu wissen – good to know

ADHS verschwindet nicht einfach mit dem Älterwerden, aber viele Betroffene lernen, gut damit umzugehen. Mit Unterstützung, Verständnis und individueller Förderung können Kinder mit ADHS ihr volles Potenzial entfalten.

 

Expertise seit 2025

Seit 2005 arbeite ich als zertifizierter „COACH BEI AD(H)S“ mit Kindern, Jugendlichen und Familien, die mit dieser Symptomatik zu kämpfen haben. Wichtig ist hierbei aus meiner Sicht eine ordentliche Diagnostik durch einen niedergelassenen Kinder- & Jugendpsychiater oder eine Fachklinik, wie z.B. das JOSEFINUM in Augsburg oder die HECKSCHER KLINIK in München.

Sie haben Fragen? Buchen Sie einen online-Termin über meine Website.


DIE QUAL DER RICHTIGEN AUSBILDUNGSWAHL

Bald ist es wieder soweit. Das Schuljahr endet und für die SchülerInnen der neunten bzw. zehnten Klassen startet ein neuer Lebensabschnitt: die Berufsausbildung. 

Die Ausbildung junger Menschen bildet das Fundament für eine erfolgreiche berufliche Zukunft und ist zugleich ein wesentlicher Pfeiler der Wirtschaft. Doch wie gestaltet sich die Ausbildungssituation für junge Menschen in Deutschland aktuell?

Herausforderungen auf dem Ausbildungsmarkt

Der Ausbildungsmarkt in Deutschland ist einem stetigen Wandel unterworfen. Einerseits stehen zahlreiche Ausbildungsplätze zur Verfügung, andererseits bleibt eine Vielzahl davon unbesetzt. Laut aktuellen Berichten bleibt eine signifikante Anzahl von Ausbildungsplätzen vakant, während gleichzeitig viele junge Menschen Schwierigkeiten haben, einen passenden Ausbildungsplatz zu finden.

Ursachen hierfür sind vielfältig. Zum einen mangelt es in einigen Branchen an Nachwuchs, insbesondere in den Bereichen Handwerk, Pflege und Gastronomie. Zum anderen fehlt es vielen jungen Menschen an den notwendigen schulischen Qualifikationen oder an den sogenannten „Soft Skills“, die in der Arbeitswelt immer wichtiger werden.

Digitale Bildung und neue Ausbildungsformate

Ein weiterer Aspekt, der die Ausbildungssituation prägt, ist die Digitalisierung. Moderne Ausbildungsberufe setzen zunehmend digitale Kompetenzen voraus, und auch der Unterricht in Berufsschulen findet vermehrt digital statt. Unternehmen sind gefordert, ihre Ausbildungsangebote anzupassen und digitale Inhalte in ihre Ausbildungspläne zu integrieren.

Chancen und Perspektiven

Trotz der Herausforderungen bietet die Ausbildung in Deutschland jungen Menschen nach wie vor zahlreiche Chancen. Das duale Ausbildungssystem, das eine Kombination aus betrieblicher Praxis und schulischer Theorie bietet, ist international anerkannt und gilt als Garant für praxisnahe Qualifikationen.

Junge Menschen, die flexibel sind und sich auf neue Technologien und Anforderungen einlassen, haben beste Chancen auf dem Ausbildungsmarkt. Unternehmen wiederum sind gefordert, ihre Ausbildungsangebote attraktiv zu gestalten und auch weniger qualifizierten Jugendlichen eine Chance zu geben.

Fazit

Die Ausbildungssituation junger Menschen in Deutschland steht vor großen Herausforderungen, bietet aber auch zahlreiche Chancen. Eine gezielte Förderung junger Menschen, die Stärkung digitaler Kompetenzen und eine bessere Abstimmung zwischen Unternehmen und Auszubildenden sind entscheidend, um langfristig eine starke Ausbildungslandschaft zu sichern.

Bei der Auswahl des richtigen Ausbildungsberufs können junge Menschen auf verschiedene Unterstützungsangebote zurückgreifen:

  1. Berufsberatung der Bundesagentur für Arbeit: Berufsberater:innen bieten individuelle Beratungsgespräche an und helfen bei der Berufswahl und der Suche nach Ausbildungsplätzen.

  2. Schulische Berufsorientierung: Viele Schulen bieten Berufsinformationszentren (BIZ), Berufsinformationsveranstaltungen oder Praktika zur Orientierung an.

  3. Online-Portale: Plattformen wie „planet-beruf.de“ oder „BERUFENET“ der Bundesagentur für Arbeit bieten Informationen zu Ausbildungsberufen und Anforderungen.

  4. Handwerkskammern und Industrie- und Handelskammern (IHK): Sie bieten Beratungen und vermitteln Ausbildungsplätze in verschiedenen Branchen.

  5. Mentoring-Programme: Verschiedene gemeinnützige Organisationen bieten Mentorenprogramme an, in denen junge Menschen von erfahrenen Berufstätigen unterstützt werden.

  6. Einzelcoachings:  Coaches, die sich auf die Arbeit mit Jugendlichen spezialisiert haben, biete spezielle Stärken-Schwächen-Tests an, um die Talente des/r Jugendlichen zu evaluieren.

 

Abschließend bleibt zu raten

Jungen Menschen stehen zahlreiche Unterstützungsangebote zur Berufswahl zu Verfügung. Sich frühzeitig mit der Berufswahl zu beschäftigen, ist mehr als ratsam!


FRÜHLING, FREUNDE, FREIHEIT – UND GLEICH MAL RICHTIG ÄRGER?

Im Frühling blühen nicht nur die Blumen, sondern auch die Unternehmungslust bei Jugendlichen blüht auf. Was Jugendliche gerne draußen machen, fasse ich im Folgenden kurz zusammen:

Draußen abhängen: Jugendliche chillen gerne im Park, am See oder in der Stadt – Hauptsache draußen sein mit Freunden.

Sport & Bewegung: Jugendliche fahren gerne Fahrrad, Skateboarden, Joggen oder spielen einfach ne Runde Basketball.

Fotos & Social Media: Die Natur sieht im Frühling mega aus – die perfekte Kulisse, um ein paar Fotos für Insta oder TikTok zu machen.

Open-Air Musik hören: Mit Box oder Kopfhörern draußen Musik hören, vielleicht sogar kleine Picknicks am See, im Park, mit Freunden.

Natur genießen: Wandern, Spazierengehen oder einfach auf einer Wiese liegen – besonders wenn man mal abschalten will.

Eis essen: Ganz ehrlich, was wäre Frühling ohne das erste Eis der Saison. Lieber Erdbeere oder Stracciatella?

Frühlingsfeste & Events: Viele Städte haben Frühlingsmärkte, Konzerte oder kleinere Festivals, die man mit Freunden besucht.

Frühlingsmode ausprobieren: Winterjacke weg – Zeit für coole Outfits und neue Styles.

 

Da ist aber auch Potential für Ärger – wie Sie schon sicherlich ahnen!

Unpünktlich nach Hause, ein Drink zu viel – wenn Jugendliche mehr draußen unterwegs sind und die neu gewonnene Freiheit genießen, birg dies auch Konfliktpotential mit den Eltern. Gründe hierfür sind zum Beispiel:

  1. Gruppenzwang & riskantes Verhalten: Wenn Jugendliche in Gruppen unterwegs ist, kann es passieren, dass sie sich zu Dingen hinreißen lässt, die man alleine nicht tun würde (z. B. Alkohol trinken, Kiffen, Vandalismus). „Alle machen’s“ wird schnell zum Argument, auch wenn man sich dabei unwohl fühlt.
  2. Erste Erfahrungen mit Drogen & Alkohol: Frühling bedeutet für viele auch: chillen im Park mit ein paar Drinks. Dabei besteht die Gefahr, Grenzen auszutesten, ohne die Risiken richtig einschätzen zu können.
  3. Unfälle im Straßenverkehr: Im Frühling fahren mehr Menschen Fahrrad, E-Scooter oder Skateboard – oft ohne Helm oder Regeln zu beachten. Auch beim Abhängen an gefährlichen Orten (z. B. Bahngleisen, Brücken) kann’s schnell gefährlich werden.
  4. Social Media & Selbstdarstellung: Die Versuchung ist groß, coole Bilder oder waghalsige Aktionen zu posten. Das kann zu gefährlichem Verhalten führen (z. B. Selfies an riskanten Orten) oder Cybermobbing auslösen.
  5. Erste Liebe & Sexualität: Frühling bringt Frühlingsgefühle, klar – aber auch Fragen nach Grenzen, Aufklärung und Selbstschutz. Ohne gute Infos oder Gespräche können dabei unsichere oder sogar unangenehme Situationen entstehen.
  6. Unterschätzte Umweltgefahren: Sonnenbrand durch zu viel Sonne, Zecken beim Picknick oder Kreislaufprobleme bei ersten heißen Tagen – schnell belächelt oder oft unterschätzt.

Abschließen bleibt zu sagen:  Wichtig ist – wie so oft im Leben – eine gesunde Balance zwischen Tatendrang und den „Regeln der Erwachsenen“.


SÜSSES GIFT – COOL IST, WER’S TÄGLICH DRINKT

Energy-Drinks sind voll im Trend! Sie begegnen mir im Rahmen meiner Arbeit mit Jugendlichen und Familien aktuell fast täglich, da sie nicht nur ungesund sind, sondern auch Konfliktpotential bieten. Schulen verbieten diese beispielsweise komplett und verbannen sie unter Strafe vom Pausenhof. Doch was macht sie so unbeliebt?

Energy-Drinks enthalten mehrere Inhaltsstoffe, die sich negativ auf die Gesundheit auswirken können – insbesondere bei Kindern, Jugendlichen und empfindlichen Personen. Hier sind die wichtigsten problematischen Stoffe:

Koffein

    1. Wirkung: Koffein regt das Nervensystem an, steigert die Herzfrequenz und kann kurzfristig die Konzentration erhöhen.
    2. Negative Folgen: Schlafstörungen, Nervosität, Herzrasen, Bluthochdruck, Kopfschmerzen und bei übermäßigem Konsum sogar Angstzustände oder Herzrhythmusstörungen.
    3. Problem: Viele Energy-Drinks enthalten 80–200 mg Koffein pro Dose – das entspricht mehreren Tassen Kaffee. (Zum Beispiel empfiehlt die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA), dass Kinder nicht mehr als 3 mg Koffein pro Kilogramm Körpergewicht täglich zu sich nehmen sollen)

Zucker 

    1. Wirkung: Liefert schnelle Energie, lässt den Blutzuckerspiegel aber ebenso schnell wieder sinken.
    2. Negative Folgen: Erhöht das Risiko für Übergewicht, Diabetes, Karies und kann zu Konzentrationsproblemen führen. Aber auch Stimmungsschwankungen sind Folgen eines stark schwankenden Blutzuckerspiegels.
    3. Problem: Viele Energy-Drinks enthalten bis zu 10 g Zucker pro 100 ml – das ist mehr als in manchen Softdrinks. Die Tagesdosis für Erwachsene – laut Empfehlung der WHO – liegt übrigens bei max. 50g.

Taurin

    1. Wirkung: Eine Aminosäure, die angeblich die Leistungsfähigkeit steigert.
    2. Negative Folgen: Wird oft in Kombination mit Koffein konsumiert, was die Wirkung von Koffein verstärken kann. Wissenschaftliche Beweise für positive Effekte fehlen.
    3. Problem: Hohe Dosen können den Blutdruck beeinflussen und in Kombination mit Koffein zu Herzproblemen führen.

Guarana

    1. Wirkung: Enthält ebenfalls Koffein, wirkt aber langsamer als reines Koffein.
    2. Negative Folgen: Verstärkt die Koffeinwirkung von Energy-Drinks, sodass Konsumenten unbemerkt noch größere Mengen Koffein aufnehmen.
    3. Problem: Die tatsächliche Koffeinmenge ist oft schwer zu berechnen, weil Guarana nicht immer als Koffeinquelle gekennzeichnet ist.

B-Vitamine

    1. Wirkung: Unterstützen den Energiestoffwechsel.
    2. Negative Folgen: In normalen Mengen ungefährlich, aber eine Überdosierung kann zu Hautrötungen, Magenproblemen oder Nervenschäden führen.
    3. Problem: Schmeckt man nicht und ist somit für den Konsumenten „nicht existent“. (Beispiele sind: B6, B12, Niacin)

Fazit: Energie-Drinks sind als Durstlöscher für Jugendliche völlig ungeeignet. Sie enthalten eine problematische Kombination aus Koffein, Zucker und stimulierenden Substanzen. Sie haben negative Auswirkungen auf das Nervensystem. Dies kann zu Unruhe, Angstzuständen und Schlafproblemen führen, was die Entwicklung und schulische Leistung beeinträchtigen können. Sie sind eine ernstzunehmende Belastung für Herz und Kreislauf. Studien zeigen, dass Energy-Drinks bei Kindern und Jugendlichen das Risiko für Herzrhythmusstörungen und Bluthochdruck erhöhen können. Zusätzlich bergen sie die Gefahr von Gewöhnung und Überkonsum. Heranwachsende könnten sich an den stimulierenden Effekt gewöhnen und vermehrt zu Energy-Drinks greifen, was das Risiko für eine Koffeinabhängigkeit erhöht.

Aus all diesen Gründen raten Gesundheitsexperten und Kinderärzte Jugendlichen dringend davon ab, Energy-Drinks zu konsumieren.


RASSISMUS IM JUGENDALTER

Rassismus im Jugendalter ist ein wichtiges und vielschichtiges Thema, das individuelle, gesellschaftliche und strukturelle Aspekte umfasst. Jugendliche können rassistische Einstellungen und Verhaltensweisen aus verschiedenen Quellen übernehmen, darunter Familie, Freundeskreis, Medien und gesellschaftliche Strukturen. Gleichzeitig sind sie oft selbst von Rassismus betroffen oder setzen sich aktiv dagegen ein.

Ursachen für Rassismus bei Jugendlichen
– Soziales Umfeld: Eltern, Geschwister, Freundeskreis oder Lehrkräfte können (bewusst oder unbewusst) rassistische Stereotype vermitteln.
– Mediale Einflüsse: Filme, Serien, Nachrichten oder soziale Medien prägen oft unbewusst bestimmte Bilder von „wir“ und „den anderen“.
– Fehlende Bildung: Ein Mangel an Aufklärung über Rassismus, Kolonialismus und strukturelle Diskriminierung kann Vorurteile begünstigen.
– Gruppenzugehörigkeit & Identität: Manche Jugendliche nutzen rassistische Einstellungen, um sich einer bestimmten Gruppe zugehörig zu fühlen oder um sich von anderen abzugrenzen.

Formen von Rassismus unter Jugendlichen
– Alltagsrassismus: Beleidigungen, Witze oder Mikroaggressionen, die diskriminierende Stereotypen reproduzieren.
– Ausgrenzung & Mobbing: Jugendliche mit Migrationshintergrund oder anderer Hautfarbe werden ausgeschlossen oder schikaniert.
– Online-Rassismus: In sozialen Medien verbreiten sich Hasskommentare und rassistische Memes schnell.
– Struktureller Rassismus: Unterschiede in Bildungschancen, Berufswegen oder Polizeikontrollen betreffen auch Jugendliche.

Folgen von Rassismus für betroffene Jugendliche
– Psychische Belastung bis hin zur Belastungsstörung, z. B. Angst, Wut oder geringeres Selbstwertgefühl
– Soziale Isolation und Schwierigkeiten in der Schule oder Ausbildung
– Geringere Chancen auf Bildungserfolg und gesellschaftliche Teilhabe

Maßnahmen gegen Rassismus im Jugendalter
– Bildung & Aufklärung: Schulen sollten verstärkt über Rassismus und Diversität aufklären.
– Empowerment für Betroffene: Jugendliche, die Rassismus erleben, brauchen Anlaufstellen und Unterstützung.
– Offene Diskussionen fördern: In Familien, Schulen und Jugendzentren sollte über Rassismus gesprochen werden.
– Medienkompetenz stärken: Kritisches Denken gegenüber Fake News und Vorurteilen im Internet fördern.
– Engagement & Zivilcourage: Jugendliche sollten ermutigt werden, gegen Rassismus aktiv zu werden.

Jede/r Einzelne ist gefordert, sich aktiv gegen Rassismus einzusetzen, Vorurteile zu hinterfragen und eine Gesellschaft zu fördern, in der Respekt, Vielfalt und Gleichberechtigung selbstverständlich sind.


THERAPIEBEDÜRFTIGKEIT VON JUGENDLICHEN STEIGT DRASTISCH AN

Immer mehr Kinder und Jugendlichen sind therapiebedürftig. Psychische Erkrankungen und Verhaltensstörungen stellen bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland eine wachsende Herausforderung dar. Aktuelle Daten des Statistischen Bundesamtes (Destatis) zeigen, dass diese Gesundheitsprobleme zunehmend zu stationären Krankenhausbehandlungen führen.

 

2021 – ein sehr auffälliges Jahr

Im Jahr 2021 waren psychische Erkrankungen und Verhaltensstörungen die häufigste Ursache für Klinikaufenthalte von 10- bis 17-Jährigen. Insgesamt wurden rund 81.000 Patientinnen und Patienten dieser Altersgruppe aufgrund solcher Diagnosen stationär behandelt, was 19 % aller Krankenhausfälle in dieser Altersgruppe entspricht. Seit 2011 ist somit ein signifikanter Anstieg zu verzeichnen.

 

Die Altersgruppe der 15-24-Jährigen sticht hervor

Bei den 15- bis 24-Jährigen waren psychische Erkrankungen und Verhaltensstörungen im Jahr 2020 die häufigste Ursache für stationäre Behandlungen. 147.000 der 829.400 Krankenhauspatientinnen und -patienten in dieser Altersgruppe wurden deshalb stationär behandelt, was fast 18 % aller Krankenhausbehandlungen in dieser Altersgruppe ausmacht.

 

Mädchen liegen vorne

Mädchen im Alter von 10 bis 17 Jahren wurden anteilig häufiger aufgrund psychischer Erkrankungen und Verhaltensstörungen im Krankenhaus behandelt als Jungen. Im Jahr 2021 entfielen bei Mädchen knapp 24 % der Behandlungsfälle auf diese Diagnosen, während es bei Jungen 13 % waren, zeigt die Auswertung von Destatis.

 

Essstörungen nehmen zu 

Besonders besorgniserregend ist der Anstieg von Essstörungen wie Anorexia nervosa, insbesondere bei Kindern im Alter von 9 bis 14 Jahren. Daten zeigen, dass die stationären Aufnahmen aufgrund von Essstörungen bei jungen Menschen stark zugenommen haben.

 

Besorgniserregender Trend

Zusammenfassend kann also gesagt werden, dass die Daten des Statistischen Bundesamtes einen Besorgnis erregenden Trend verdeutlichen: Psychische Erkrankungen und Verhaltensstörungen nehmen bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland zu und führen vermehrt zu stationären Behandlungen.

Diese Entwicklung unterstreicht die Notwendigkeit präventiver Maßnahmen, frühzeitiger Interventionen und einer besseren Unterstützung betroffener junger Menschen, denn ohne Versorgung drohen Erkrankte ein Leben lang zu leiden.

 

Doch wie kann diesem Trend entgegengewirkt werden?

Dem steigenden Trend psychischer Erkrankungen und Verhaltensstörungen bei Kindern und Jugendlichen kann durch eine Kombination aus Prävention, frühzeitiger Intervention und strukturellen Verbesserungen im Gesundheitssystem entgegengewirkt werden. Hier sind einige zentrale Maßnahmen:

Frühzeitige Prävention und Aufklärung

  1. Stärkung der psychischen Gesundheitsbildung: Schulen sollten Programme zur psychischen Gesundheit in den Lehrplan integrieren, um Resilienz zu fördern und Stigmatisierung abzubauen.
  2. Aufklärung über gesunde Mediennutzung: Kinder und Jugendliche sollten lernen, mit Social Media und digitalen Inhalten bewusst umzugehen, um negativen Einflüssen entgegenzuwirken.
  3. Elternarbeit: Eltern sollten über Anzeichen psychischer Erkrankungen informiert und in der Erziehung zu emotionaler Stärke unterstützt werden.

Ausbau von Beratungs- und Therapieangeboten

  1. Mehr Schulpsycholog:innen und Sozialarbeiter:innen: Schulen brauchen niedrigschwellige Anlaufstellen, damit betroffene Kinder frühzeitig Hilfe erhalten.
  2. Bessere Finanzierung ambulanter Therapieangebote: Lange Wartezeiten auf Therapieplätze verschärfen Probleme. Es braucht mehr zugängliche Anlaufstellen.
  3. Förderung niedrigschwelliger Angebote: Anonyme Online-Beratungen und Chatangebote können Kindern helfen, ihre Sorgen frühzeitig zu teilen.

Entlastung des Alltags und gesunde Freizeitgestaltung

  1. Reduzierung des Leistungsdrucks in Schulen: Flexible Lernmodelle, weniger Prüfungsdruck und mehr Fokus auf individuelle Förderung können helfen.
  2. Sport- und Freizeitangebote ausbauen: Bewegung und kreative Beschäftigungen stärken das psychische Wohlbefinden und beugen Erkrankungen vor.
  3. Förderung sozialer Interaktion: Der Trend zur sozialen Isolation (besonders nach der Corona-Pandemie) sollte durch gemeinschaftliche Angebote und Jugendzentren aktiv bekämpft werden.

Durch ein Zusammenspiel dieser Maßnahmen kann der zunehmenden Belastung junger Menschen entgegengewirkt und ihre psychische Gesundheit nachhaltig gestärkt werden.


WENN REIZE ÜBERWÄLTIGEN – HOCHSENSIBILITÄT IM ALLTAG

Hochsensible Menschen haben ein besonders empfindsames Nervensystem und nehmen Reize intensiver wahr. Etwa jeder dritte Mensch ist hochsensibel, sagt der Psychologe Michael Pluess, der kürzlich im Magazin der Süddeutschen Zeitung zum Thema Hochsensibilität einen Artikel verfasste. Hochsensible Menschen stellen ihre Umwelt vor besondere Herausforderungen, da sie so einiges besonders brauchen:

  • Ruhe & Rückzugsorte – Um Reizüberflutung zu vermeiden, sind Pausen und stille Orte essenziell.
  • Tiefgehende Beziehungen – Oberflächliche Gespräche ermüden sie oft, sie bevorzugen tiefere Verbindungen.
  • Achtsamkeit & Selbstfürsorge – Meditation, Spaziergänge oder kreative Aktivitäten helfen ihnen, sich zu regenerieren.
  • Verständnis & Akzeptanz – Ihr intensives Empfinden ist keine „Empfindlichkeit“, sondern eine besondere Wahrnehmungsweise.
  • Struktur & Klarheit – Überraschungen und hektische Umgebungen können sie stressen, daher hilft eine klare Planung.
  • Sinnvolle Tätigkeiten – Sie fühlen sich besonders wohl, wenn sie in Bereichen arbeiten oder leben, die ihnen emotional etwas bedeuten.

Ein Lichtblick: Es gibt viele Möglichkeiten, hochsensible Menschen angemessen zu unterstützen, sei es im privaten oder beruflichen Umfeld. Hier sind einige hilfreiche Ansätze:

  1. Verständnis & Akzeptanz: Hochsensibilität ist keine „Überempfindlichkeit“, sondern eine besondere Art der Wahrnehmung. Nimm ihre Gefühle und Bedürfnisse ernst, ohne sie abzutun. Vermeide Sätze wie „Sei nicht so sensibel“ oder „Du übertreibst doch“.
  1. Reizreduktion ermöglichen: Unterstütze Rückzugsmöglichkeiten – ein ruhiger Ort oder Noise-Canceling-Kopfhörer können helfen. Vermeide unnötige Hektik, laute Geräusche oder zu viele parallele Reize. Plane Zeiten ohne Reizüberflutung (z. B. nach einem langen Arbeitstag oder sozialen Events).
  1. Kommunikation & Beziehungen: Tiefgründige Gespräche statt Small Talk sind für viele HSP bereichernd. Gib ihnen Zeit zum Nachdenken und Verarbeiten, anstatt auf schnelle Antworten zu drängen. Ermutige sie, ihre Grenzen zu setzen und „Nein“ zu sagen.
  1. Struktur & Planung: Hochsensible Menschen fühlen sich oft wohler mit klaren Abläufen und einer gut planbaren Umgebung. Unerwartete Veränderungen können stressen – gib wenn möglich frühzeitig Bescheid.
  1. Selbstfürsorge fördern: Ermutige sie, sich Pausen zu gönnen und auf ihre Energie zu achten. Achtsamkeitsübungen, Meditation oder kreative Hobbys können helfen. Körperliche Bewegung in der Natur (z. B. Spaziergänge im Wald) wirkt oft beruhigend.
  2. Berufliche Unterstützung: Hochsensible brauchen oft ein Umfeld mit Wertschätzung und sinnvollen Aufgaben. Flexible Arbeitszeiten oder Homeoffice können helfen, Stress zu reduzieren. Übermäßige Kritik kann stark belasten – wertschätzendes Feedback ist wichtig.

Finden Sie Parallelen in Ihrer Persönlichkeit oder bei Ihren Kindern? Brauchen Sie Kontakte zur Diagnostik oder pädagogische Unterstützung? Vereinbaren Sie gerne ein Beratungsgespräch.


INSTA, YOUTUBE, TIKTOK – ZU VIEL IST ZU VIEL!

Das Handy ist nicht nur unser ständiger Begleiter, sondern auch der unserer Kinder. Mittlerweile ist Jeder und Jedem klar: Digitale Medien haben ein enormes Suchtpotential. „Eine neue Studie zeigt: ein Viertel der 10- bis 17-Jährigen weisen ein riskantes oder krankhaftes Verhalten auf.“ schreibt ZDFheute mit der Überschrift „Handysucht bei Kindern“ am gestrigen Mittwoch, den 13. März 2025.

Der genannte Artikel des ZDF befasst sich mit der Smartphone-Sucht bei Kindern und Jugendlichen und gibt Eltern Ratschläge, wie sie ihre Kinder dabei unterstützen können, einen gesunden Umgang mit digitalen Medien zu finden.

Wichtig ist es, sensibel zu sein und Anzeichen für problematische Mediennutzung frühzeitig zu erkennen. Denn übermäßiger Konsum digitaler Medien kann sich durch schlechtere schulische Leistungen, reduzierte soziale Kontakte und das Vernachlässigen von Freizeitaktivitäten äußern. Betroffene Jugendliche berichten zudem von Reizbarkeit, Wutanfällen, verändertem Essverhalten und Schlafstörungen.

Ich hoffe an dieser Stelle, Sie finden Ihre Tochter oder Ihren Sohn in dieser Aufzählung nicht sofort wieder. Folglich stellt sich die Frage: Wie kann ich gegensteuern?

  • Fördern Sie die Kommunikation: Ein offenes Gespräch über den Medienkonsum hilft, Verständnis zu entwickeln und Konflikte zu vermeiden. Eltern sollten Interesse an den genutzten Inhalten ihrer Kinder zeigen.
  • Seinen Sie selbst ein Vorbild: Eltern sollten ihren eigenen Medienkonsum reflektieren und bewusst gestalten, da sie als Vorbilder dienen. Wie soll Ihr Kind Sie ernst nehmen, wenn Sie selbst nicht umsetzen, was Sie einfordern?
  • Etablieren Sie gemeinsame Regeln: Statt strikter Verbote empfiehlt es sich, klare Absprachen zu treffen, wie beispielsweise keine Handynutzung während der Mahlzeiten oder vor dem Schlafengehen.
  • Fördern und fordern Sie Offline-Aktivitäten: Gemeinsame Unternehmungen, Sport oder kreative Tätigkeiten unterstützen eine ausgewogene Balance zwischen Online- und Offline-Welt. Die reale Welt hat viel zu bieten – oft schon gleich um die Ecke in der Nachbarschaft.
  • Nutzen Sie technische Hilfsmittel: Zeitlimits und Filterfunktionen können dabei helfen, den Medienkonsum zu regulieren, sollten jedoch nicht die einzige Maßnahme sein. Die modernen WLAN-Router bieten übrigens alle die Funktion, nur zu gewissen Tageszeiten zu streamen.

Wenn dies alles jedoch nicht gelingt, rate ich zu Unterstützungsangeboten, wie die Schulsozialarbeit, Familienberatungsstellen oder Kinder- und Jugendärzte. Spezialisierte Therapieprogramme, wie beispielsweise am Josefinum Augsburg, bieten zusätzliche Hilfestellungen.

Ein bewusster und reflektierter Umgang mit digitalen Medien ist entscheidend, um die Gesundheit und das Wohlbefinden von Kindern und Jugendlichen zu fördern – das sollte mittlerweile allen klar sein!


KONTAKTABBRUCH – EIN LEBEN OHNE ELTERN

Ein Kontaktabbruch zu den Eltern kann viele Ursachen haben. Oft handelt es sich um eine Kombination aus emotionalen, psychologischen oder situativen Faktoren. Hier sind einige häufige Gründe:

Kindheitstrauma & Missbrauch
Physischer, emotionaler oder sexueller Missbrauch, Vernachlässigung oder fehlende emotionale Zuwendung oder ständige Kritik oder Abwertung können Gründe für den Kontaktabbruch zu den eigenen Eltern sein.

Manipulation & Kontrolle
Übermäßige Einmischung ins Leben des Kindes, Gaslighting (= eine Form von psychischer Manipulation, mit der Opfer gezielt desorientiert, verunsichert und in ihrem Realitäts- und Selbstbewusstsein allmählich beeinträchtigt werden) oder emotionale Erpressung, Narzisstische oder toxische Eltern sind weitere Gründe, warum Kinder den Kontakt zu den eigenen Eltern abbrechen.

Unvereinbare Werte & Lebensentscheidungen
Religion, Politik oder andere Weltanschauungen führen zu Konflikten, Lebensentscheidungen (z. B. Partnerwahl, Beruf, sexuelle Orientierung) werden abgelehnt, persönlichen Grenzen werden permanent überschritten. Auch dies kann zum Totalabbruch zu den Eltern führen.

Dysfunktionale Familienmuster
Parentifizierung (= das Kind übernimmt elterliche Verantwortung), Suchtprobleme in der Familie oder ständige Konflikte und Dramen führen ebenfalls zum Abbruch der Beziehung zum Elternhaus.

Schutz der eigenen mentalen Gesundheit
Dauerhafte emotionale Belastung durch Eltern, Gefühle, nie gut genug zu sein oder die Notwendigkeit der Abgrenzung, um eigenes Leben führen zu können sind ebenfalls Gründe für den Kontaktabbruch zu den Eltern.

Oft geht einem Kontaktabbruch eine lange Phase der inneren Auseinandersetzung voraus. Es ist selten eine impulsive Entscheidung, sondern geschieht meist nach vielen gescheiterten Versuchen, die Beziehung zu verbessern.

Es gibt verschiedene Anlaufstellen, bei denen man Hilfe bekommen kann. Hier sind einige Möglichkeiten:

Soforthilfe bei akuter Gefahr 
Polizei/Notruf: 112 (wenn du in direkter Gefahr bist)
Telefonseelsorge: 0800 111 0111 oder 0800 111 0222 (kostenlos & anonym)
Kinder- und Jugendtelefon (Nummer gegen Kummer): 116 111

Beratung & Unterstützung für Konflikte zuhause
Jugendamt – Sie können dich beraten und unterstützen, auch wenn du unter 18 bist.
Familienberatungsstellen (Caritas, Diakonie, AWO, Pro Familia) – kostenlos & anonym.
Krisendienste in deiner Region – Google „Krisendienst + [deine Stadt]“.
Schulsozialarbeiter oder Vertrauenslehrer – Falls du zur Schule gehst, sind sie eine gute Anlaufstelle.

Schutzräume & Wohnen außerhalb der Familie
Falls die Situation zuhause unerträglich ist, gibt es Möglichkeiten, woanders unterzukommen:
Jugendnotdienste (in vielen Städten) bieten kurzfristige Unterbringung.
Betreutes Wohnen für Jugendliche – Wenn du nicht mehr zuhause leben kannst, kann das Jugendamt helfen.
Frauenhäuser oder Schutzunterkünfte (auch für Jugendliche, wenn du von Gewalt betroffen bist).

Psychologische Hilfe & Therapie
Psychologische Beratungsstellen – oft kostenlos oder auf Spendenbasis.
Hausarzt oder Psychotherapeut – kann helfen, wenn du psychisch leidest.
Online-Beratungen: z.B. www.krisenchat.de

Der Kontaktabbruch zu den eigenen Eltern ist sicherlich die letzte Konsequenz. Sich rechtzeitig Hilfe zu holen kann ich nur dringend empfehlen!


HÄUSLICHE GEWALT – AUCH MÄNNER SIND BETROFFEN UND DAS GARNICHT SO SELTEN

Häusliche Gewalt gegen Männer ist ein ernstzunehmendes, aber oft unterschätztes Problem. Während das öffentliche Bewusstsein für Gewalt gegen Frauen größer ist, wird Gewalt gegen Männer häufig weniger beachtet, tabuisiert oder sogar belächelt. „Dabei belegen mittlerweile Hunderte Studien und Publikationen, dass Männer bei häuslicher Gewalt nicht nur Täter, sonder häufig auch Opfer sind“ sagt Psychoanalytiker Christian Roesler von der Hochschule Freiburg.

Formen häuslicher Gewalt gegen Männer
Männer können in einer Beziehung verschiedene Formen von Gewalt erleben, darunter: Physische Gewalt (wie z.B. Schläge, Tritte, Würgen oder der Einsatz von Waffen), psychische Gewalt (wie z.B. Demütigungen, Manipulation, Kontrolle, Drohungen oder emotionale Erpressung), sexuelle Gewalt (wie z.B. erzwungene sexuelle Handlungen), ökonomische Gewalt (wie z.B. Kontrolle über Geld, wirtschaftliche Abhängigkeit oder Sabotage der beruflichen Karriere oder soziale Gewalt (wie z.B. Isolation von Freunden und Familie oder öffentliche Bloßstellung).

Warum wird das Problem oft übersehen?
– Geschlechterstereotypen: Männer werden oft als stark und unabhängig angesehen, sodass sie sich schämen, Hilfe zu suchen.
– Fehlende Unterstützung: Es gibt deutlich weniger Schutzeinrichtungen für männliche Opfer als für weibliche.
– Unglaube in der Gesellschaft: Männer werden seltener ernst genommen, wenn sie häusliche Gewalt melden.
– Gerichtliche Nachteile: In Sorgerechts- oder Trennungsfällen wird Männern oft weniger Glauben geschenkt, wenn sie von Gewalt berichten.

Statistiken zur häuslichen Gewalt gegen Männer
In Deutschland zeigen Studien, dass etwa 20-30 % der Opfer häuslicher Gewalt Männer sind. Eine Dunkelziffer ist wahrscheinlich hoch, da viele Männer aus Scham oder Angst keine Anzeige erstatten. Laut dem Bundeskriminalamt (BKA) waren 2022 etwa 21 % der Opfer von Partnerschaftsgewalt Männer. Rösler, der primär über Paartherapie forscht, geht noch weiter. „Fifty-Fifty“ benennt er  in seinem aktuellen Buch „Partnerschaftsgewalt und Geschlecht“ die Verteilung zwischen Mann und Frau.

Hilfe und Unterstützung für betroffene Männer
Männer, die häusliche Gewalt erleben, können sich an verschiedene Stellen wenden:
– Hilfetelefon Gewalt gegen Männer (0800 123 9900 in Deutschland)
– Männerberatungsstellen (z. B. Man-O-Mann oder Männerberatungsnetz)
– Psychologische Beratung und Selbsthilfegruppen
– Polizei und Anwälte – wenn rechtliche Schritte notwendig sind

Häusliche Gewalt gegen Männer ist real und sollte genauso ernst genommen werden wie Gewalt gegen Frauen. Es ist wichtig, das Tabu zu brechen und betroffenen Männern zu helfen, Unterstützung zu finden.


MOBBING – DIE UNSICHTBARE QUAL

Mobbing im Jugendalter ist ein ernstes Problem mit weitreichenden Folgen. Hier sind einige wichtige Fakten dazu:

Definition: Mobbing ist systematisches und wiederholtes Schikanieren, Demütigen oder Ausgrenzen einer Person über einen längeren Zeitraum.
– Formen: Es gibt verschiedene Arten von Mobbing: Physisches Mobbing (wie z.B. Schlagen, Schubsen, Zerstören von Eigentum), verbales Mobbing (wie z.B. Beleidigungen, Drohungen, Verspotten), soziales Mobbing (wie z.B. Ausschließen, Gerüchte verbreiten)  oder Cybermobbing (wie z.B: Beleidigungen oder Bloßstellungen über soziale Medien, Chats oder Messenger-Dienste)

Statistische Infos: Laut Studien sind etwa 10–20 % der Jugendlichen regelmäßig von Mobbing betroffen. Cybermobbing  hat in den letzten Jahren stark zugenommen, da viele Jugendliche soziale Medien intensiv nutzen. Jungen sind häufiger Opfer von physischem Mobbing, während Mädchen eher unter sozialem und verbalem Mobbing leiden. (Hierzu verfasste z.B. Lea Mohr, im „Süddeutsche Zeitung Magazin“ – Ausgabe 2 vom 10.01.2025 – einen interessanten Artikel mit dem Namen „Wir hassen Lea M.“

Täter mobben oft aus Machtstreben, Langeweile, Gruppenzwang oder weil sie selbst unsicher sind. Häufig geschieht Mobbing in Schulen, aber auch im Freundeskreis oder im Internet.

Folgen für Betroffene:
– Psychische Auswirkungen: Angst, Depressionen, geringes Selbstwertgefühl, Schlafstörungen
– Schulische Folgen: Leistungsabfall, Schulvermeidung, Konzentrationsprobleme
– Soziale Folgen: Isolation, Vertrauensverlust, Schwierigkeiten, Freundschaften zu schließen
– Langfristige Auswirkungen: Höheres Risiko für psychische Erkrankungen im Erwachsenenalter

Prävention und Maßnahmen:
– Aufklärung & Sensibilisierung in Schulen durch Projekte und Workshops
– Lehrer und Eltern sollten aufmerksam sein und Anzeichen früh erkennen
– Opfer ermutigen, sich Hilfe zu holen (z. B. Vertrauenslehrer, Schulpsychologen, Beratungsstellen)
– Klare Regeln und Konsequenzen für Täter setzen
– Förderung einer positiven Schulkultur mit Respekt und Empathie

Mobbing ist kein harmloser Streit, sondern kann schwerwiegende Folgen haben. Deshalb ist es wichtig, hinzusehen und aktiv dagegen vorzugehen!

Wenn Sie oder jemand in Ihrem Umfeld von Mobbing betroffen ist, gibt es für Kinder bzw. Jugendliche Hilfe und Unterstützung unter der Telefonnummer 116111, für Eltern unter der Telefonnummer 0800/1110550 (nummergegenkummer.de). Beide Rufnummern sind anonym und kostenfrei.


ZUR JUGENDKRIMINALITÄT IM RAUM AUGSBURG

Die Jugendkriminalität in der Stadt und im Landkreis Augsburg zeigt unterschiedliche Entwicklungen. Im Stadtgebiet Augsburg wurden im Jahr 2023 insgesamt 1.246 Straftaten von Kindern unter 14 Jahren registriert. Diese nicht strafmündigen Kinder waren häufig an Delikten wie Diebstahl (391 Fälle), Körperverletzung (336 Fälle), Sachbeschädigung (123 Fälle) und der Verbreitung von Kinderpornografie (25 Fälle) beteiligt. Insgesamt wurden etwa 25 % der Straftaten von Personen unter 21 Jahren begangen. (Quelle: augsburg-journal.de)

Im Landkreis Augsburg stieg die Anzahl der erfassten Straftaten im Jahr 2023 um 251 Fälle bzw. 3,8 % auf insgesamt 6.908 Straftaten. Besonders auffällig war der Anstieg in der Gewaltkriminalität mit 59 zusätzlichen Delikten, was einem Zuwachs von 21,5 % entspricht. (Quelle: polizei.bayern.de)

„Die Jugendkriminalität bereitet weiter Sorgen“ schreibt die Augsburger Allgemeine (Freitag, 24.01.2025) auf Seite 32.

Auf Landesebene übrigens verzeichnete Bayern im Jahr 2023 einen Anstieg der Jugendkriminalität, insbesondere bei Gewaltverbrechen. Die Zahl der gefährlichen und schweren Körperverletzungen stieg bei Kindern um 15,3 % und bei Jugendlichen um 11,5 %. Auch Raubdelikte nahmen bei Jugendlichen um 28,4 % zu. (Quelle: presse-augsburg.de)

Diese alarmierende Entwicklungen unterstreichen die Bedeutung präventiver Maßnahmen und einer intensiven Betreuung von Kindern und Jugendlichen, um der steigenden Gewaltbereitschaft entgegenzuwirken.

Hier sind einige bewährte Ansätze:

1. Frühe Prävention im Kindergarten und in der Schule
– Sozialkompetenz-Trainings: Programme zur Förderung von Empathie, Konfliktlösung und gewaltfreier Kommunikation.
– Anti-Gewalt-Trainings: Präventionsprojekte, die Kinder frühzeitig für die Folgen von Gewalt sensibilisieren.
– Stärkung der Medienkompetenz: Schulungen zu Cybermobbing, Fake News und Gefahren im Internet.

2. Stärkere Elternarbeit und Familienunterstützung 
– Elternkurse: Unterstützung für Eltern bei Erziehungsfragen, um frühzeitig problematisches Verhalten zu erkennen.
– Familienberatung: Professionelle Beratungsangebote für Familien in Krisensituationen.

3. Freizeitangebote als Alternative zur Kriminalität 
– Sport- und Kulturangebote: Kostenlose oder günstige Möglichkeiten für Jugendliche, sich in Vereinen oder Jugendzentren zu engagieren.
– Streetwork und aufsuchende Sozialarbeit: Sozialarbeiter*innen, die aktiv auf gefährdete Jugendliche zugehen und Alternativen zur Kriminalität aufzeigen.
– Mitbestimmungsmöglichkeiten: Jugendparlamente oder Workshops, in denen Jugendliche sich aktiv einbringen können.

4. Enge Zusammenarbeit zwischen Polizei, Schulen und Sozialarbeit
– Präventive Polizeiarbeit: Projekte wie „Prävention im Team“ (PIT), bei denen Polizei und Schulen gemeinsam über Kriminalität aufklären.
– Anti-Gewalt-Projekte mit ehemaligen Straftätern: Ehemalige Straftäter berichten Jugendlichen von ihren Erfahrungen, um abschreckend zu wirken.
– Schnelle Intervention bei ersten Straftaten: Programme, die verhindern, dass Jugendliche in eine kriminelle Karriere abrutschen.

5. Strengere Kontrolle bei Waffen und Drogen
– Verstärkte Kontrollen an Schulen und in Parks: Präventive Maßnahmen gegen den Besitz von Messern und Drogen.
– Programme zur Suchtprävention: Frühzeitige Aufklärung über die Gefahren von Alkohol, Drogen und Spielsucht.

Diese Maßnahmen funktionieren am besten, wenn sie langfristig und koordiniert umgesetzt werden.


ALLTAGSPROBLEME BEI JUNGEN HÖHER ALS BEI MÄDCHEN

Jungen ecken im Alltag öfters an, als gleichaltrige Mädchen. Diese Diskrepanz im Sozial- und Leistungsverhalten zeigt sich in Folge auch im schulischen Kontext. „Dabei gibt es keine Hinweise darauf, das Jungen weniger intelligent oder talentiert wären als Mädchen. Ihr Schulerfolg ist nur im Schnitt schlechter, als auf Basis ihrer Kompetenzen zu erwarten wäre. Schulabbrecher und Kinder, die gar keinen Abschluss schaffen, sind ebenfalls mehrheitlich Jungs, ein Umstand, der immer wieder mal als „Krise der Jungen“ beschrieben wird. Jungen fallen durch eine im Vergleich zu Mädchen verzögerte Entwicklung ihrer Selbstregulierung auf und hinken Mitschülerinnen insbesondere in der Lese- und Rechtschreibkompetenz hinterher“ so Matthias Gründe, Bildungsforscher von der Universität Köln.

Zusätzlich zeigen Studien, dass Jungen häufiger vom Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom – mit oder ohne Hyperaktivität – (AD(H)S) und der Lese-Rechtschreib-Schwäche (LRS) betroffen sind als Mädchen. Allerdings gibt es dabei einige wichtige Faktoren zu beachten:

1. ADHS: 
Jungen werden etwa 2-3 Mal häufiger mit ADHS diagnostiziert als Mädchen. Sie zeigen oft ausgeprägtere Symptome wie Hyperaktivität und Impulsivität, während bei Mädchen die Unaufmerksamkeit oft stärker im Vordergrund steht und daher seltener erkannt wird. Das kann dazu führen, dass ADHS bei Mädchen unterdiagnostiziert bleibt.

2. Lese-Rechtschreib-Schwäche:
Jungen sind ebenfalls häufiger von LRS betroffen als Mädchen, wobei das Verhältnis etwa 3:1 beträgt. Ein Grund könnte sein, dass Jungen sprachliche Fähigkeiten langsamer entwickeln als Mädchen. Zudem gibt es Hinweise darauf, dass Jungen häufiger schulische Schwierigkeiten durch Verhaltensauffälligkeiten kompensieren, was zu einer schnelleren Diagnose führen kann.

3. Alltagsprobleme: 
Da ADHS und LRS Einfluss auf schulische Leistungen, soziale Interaktionen und Selbstbewusstsein haben, kann es für betroffene Jungen schwieriger sein, im Alltag zurechtzukommen. Gleichzeitig gibt es Hinweise darauf, dass Mädchen mit ähnlichen Schwierigkeiten weniger oft Hilfe oder Diagnosen erhalten, weil sie ihre Probleme besser kaschieren können.

Fazit: Jungen haben häufiger Probleme im Alltag oder werden zumindest öfter diagnostiziert. Das bedeutet aber nicht, dass Mädchen seltener von AD(H)S oder einer LRS betroffen sind, sondern oft einfach anders damit umgehen oder übersehen werden.

Welche Aufgaben für Pädagogen und Eltern ergeben sich folglich hieraus?

Für Pädagogen:
1. Früherkennung und individuelle Förderung:
– Auffälligkeiten im Verhalten und Lernen frühzeitig wahrnehmen.
– Diagnosen nicht vorschnell stellen, sondern professionelle Fachkräfte einbinden.
– Unterstützende Maßnahmen wie Nachteilsausgleiche oder spezielle Förderprogramme nutzen.

2. Differenzierte Förderung:
– Methoden anpassen: Mehr Bewegung, Struktur und klare Regeln z.B. für ADHS-Kinder.
– Alternative Lernmethoden für Kinder mit LRS, z. B. multisensorisches Lernen (Hören, Sehen, Fühlen kombinieren).
– Mädchen nicht übersehen: Auch sie können still leidende Betroffene sein.

3. Soziale Unterstützung:
– Verständnis und Geduld im Umgang mit betroffenen Schülern zeigen.
– Mobbing vorbeugen und Selbstbewusstsein stärken.
– Zusammenarbeit mit Eltern und Fachkräften fördern.

4. Individuelle Lernstrategien vermitteln:
– Klare und strukturierte Anweisungen geben.
– Häufige Wiederholungen und visuelle Hilfsmittel nutzen.
– Motivation durch Erfolgserlebnisse stärken.

Für Eltern:
1. Akzeptanz und Verständnis:
– Das Kind nicht als „faul“ oder „unwillig“ abstempeln.
– Geduld zeigen und individuelle Lernwege unterstützen.

2. Alltagsstruktur und Unterstützung:
– Klare Tagesabläufe und Routinen schaffen.
– Lernzeiten anpassen und Pausen einplanen.
– Hausaufgaben begleiten, aber nicht alles für das Kind erledigen.

3. Zusammenarbeit mit der Schule:
– Den Austausch mit Lehrkräften suchen.
– Nachhilfe oder Therapie in Betracht ziehen, falls nötig.

4. Emotionale Unterstützung:
– Erfolge loben und Selbstwertgefühl stärken.
– Stress reduzieren und Druck vermeiden.
– Freizeitaktivitäten ermöglichen, die das Selbstbewusstsein fördern.

Eltern und Pädagogen müssen gemeinsam dafür sorgen, dass betroffene Kinder frühzeitig erkannt, individuell gefördert und sozial unterstützt werden. Dabei sollten sowohl Jungen als auch Mädchen mit ihren unterschiedlichen Bedürfnissen berücksichtigt werden. Nur so können die daraus resultierenden schwerwiegende Probleme im Alltag minimiert werden.


JUGENDSTUDIE 2024 – PRAGMATISCH ZWISCHEN VERDROSSENHEIT UND GELEBTER VIELFALT

Am Dienstag dieser Woche – dem 15.10.2024 – wurde die 19. Shell-Jugendstudie vorgestellt. Für die repräsentative Erhebung wurden im Zeitraum von Januar bis März 2024 insgesamt 2.509 Jugendliche im Alter von 12 bis 25 Jahren befragt. 

Der Politikwissenschaftler Mathias Albert ist Hauptautor der Studie – und überrascht mit deren aktueller Auswertung.

„Die heute Jugend hat ein sehr positives Zukunftsbild“ titelt DIE ZEIT und beruft sich im Vergleich auf die letzte Studie von 2019. Das Erstaunen ist groß, denn Jugendliche blicken optimistischer in die Zukunft als noch vor 5 Jahren.

Die aktuelle Ausgabe der Shell-Jugendstudie zeichnet ein differenziertes Bild der jungen Generation in Deutschland. Junge Menschen im Alter von 12 bis 25 Jahren stehen im Vergleich zur letzten Befragung unter stärkerem Einfluss globaler Krisen wie dem Ukraine-Krieg, der Klimakrise und der wirtschaftlichen Unsicherheit. Trotz dieser Herausforderungen zeigt die Studie, dass die Mehrheit der Jugendlichen pragmatisch und optimistisch bleibt. Ihr Vertrauen in die eigene Zukunft ist zwar etwas gesunken, doch gleichzeitig nehmen sie die Chancen wahr, die ihnen die Gesellschaft und der Arbeitsmarkt bieten. (Quelle: DBJR)

Persönlich  stach mir der folgende Punkt besonders ins Auge.

Wichtige Werte: Freunde, Familie, Fleiß, Sicherheit

Wenn es um das eigene Leben geht, sind der Dreh- und Angelpunkt für das Wohlbefinden von Jugendlichen stabile Beziehungen, Freundschaften und Familie. Daran hat sich in den vergangenen Jahrzehnten nichts geändert. Auch klassische Tugenden spielen eine gleichbleibend große Rolle. 82 Prozent bekennen sich ausdrücklich zu Fleiß und Ehrgeiz. Gängige Behauptungen, nach denen die Leistungsbereitschaft der Jugend hinter jener älterer Generationen zurückbleibe, werden durch die Studie widerlegt.

88 Prozent der Jungen äußern Zustimmung zu der Norm, Gesetz und Ordnung zu respektieren. Im Unterschied zu vergangenen Erhebungen ist das Bedürfnis nach Sicherheit gewachsen. „Es scheint, als hätten junge Menschen in Deutschland wieder ein höheres Empfinden für gesellschaftliche und persönliche Risiken“, schreiben die Forscher. Fast drei Viertel der Jugendlichen streben einen hohen Lebensstandard an. Im Vergleich zu 2019 haben ein hohes Einkommen (76 auf 83 Prozent) und gute Aufstiegsmöglichkeiten (74 auf 80 Prozent) an Bedeutung gewonnen, „genügend Freizeit“ hat leicht (85 auf 82 Prozent) an Bedeutung verloren. (Quelle: FAZ)

Wirklich erstaunlich – ich bin positiv überrascht! 

Falls Sie die komplette und ausführliche Jugendstudie lesen möchten, können Sie diese zum Preis von 26 € beim BELTZ Verlag erwerben.