E-Scooter gehören mittlerweile selbstverständlich zum Straßenbild. Gerade für Jugendliche und junge Erwachsene sind sie eine schnelle, unkomplizierte und vergleichsweise günstige Möglichkeit, kurze Strecken zurückzulegen. Doch die aktuellen Unfallzahlen zeigen: Die Risiken dieser Fahrzeuge werden noch immer deutlich unterschätzt.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes registrierte die Polizei im Jahr 2025 bundesweit 16.496 E-Scooter-Unfälle mit Personenschaden. Das entspricht einem Anstieg von 38,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. 2024 waren noch 11.944 entsprechende Unfälle erfasst worden.

Hinter diesen Zahlen stehen keine abstrakten Statistiken, sondern Menschen, deren Leben sich innerhalb weniger Sekunden verändert hat.

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38 Menschen verloren ihr Leben

Im vergangenen Jahr kamen bei Unfällen, an denen E-Scooter beteiligt waren, insgesamt 38 Menschen ums Leben. Im Jahr zuvor waren es 27. Damit stieg die Zahl der Todesopfer innerhalb eines Jahres um mehr als 40 Prozent.

Von den 38 Getöteten waren:

  • 33 Menschen selbst mit einem E-Scooter unterwegs,
  • drei Menschen zu Fuß unterwegs,
  • eine Person mit dem Fahrrad unterwegs,
  • eine Person mit einem Auto unterwegs.

Das verdeutlicht: Das Unfallrisiko betrifft nicht nur diejenigen, die auf einem E-Scooter stehen. Auch Fußgänger, Radfahrer und andere Verkehrsteilnehmer können durch einen Zusammenstoß schwer verletzt oder getötet werden.

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Fast 1.900 Menschen wurden schwer verletzt

Neben den Todesfällen wurden im Jahr 2025 insgesamt 1.895 Menschen schwer verletzt. Weitere 16.184 Menschen erlitten leichte Verletzungen.

Damit wurden bei E-Scooter-Unfällen innerhalb eines einzigen Jahres mehr als 18.000 Menschen verletzt. Dabei darf der Begriff „leicht verletzt“ nicht darüber hinwegtäuschen, dass auch solche Verletzungen schmerzhaft sein und längere Behandlungen, Arbeitsausfälle oder Einschränkungen im Alltag nach sich ziehen können.

Schwere Verletzungen können unter anderem den Kopf, das Gesicht, die Wirbelsäule, Arme oder Beine betreffen. Da E-Scooter-Fahrer kaum geschützt sind, treffen sie bei einem Sturz häufig unmittelbar auf Asphalt, Bordsteinkanten, Fahrzeuge oder andere Hindernisse.

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Besonders viele junge Menschen sind betroffen

Die Unfallzahlen sind auch aus Sicht der Jugendhilfe und des Jugendcoachings alarmierend. 53,6 Prozent der im Jahr 2025 verunglückten E-Scooter-Fahrer waren jünger als 25 Jahre. Mehr als die Hälfte aller Betroffenen gehörte somit zur Gruppe der Jugendlichen und jungen Erwachsenen.

Insgesamt waren 83,7 Prozent der verunglückten Fahrer jünger als 45 Jahre. E-Scooter-Unfälle sind damit in besonderem Maße ein Unfallgeschehen jüngerer Menschen.

Gerade Jugendliche überschätzen mitunter ihre Fahrfähigkeiten oder unterschätzen die Geschwindigkeit. Ein E-Scooter wirkt auf den ersten Blick fast wie ein Spielgerät. Tatsächlich handelt es sich jedoch um ein motorisiertes Fahrzeug, das im öffentlichen Straßenverkehr bewegt wird.

Eine Geschwindigkeit von 20 Kilometern pro Stunde erscheint zunächst nicht besonders hoch. Bei einem ungebremsten Sturz oder einem Zusammenstoß reicht sie jedoch aus, um schwere Verletzungen zu verursachen.

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Die häufigsten Unfallursachen

Die häufigste von der Polizei festgestellte Unfallursache war die falsche Benutzung von Fahrbahnen, Radwegen oder Gehwegen. Sie spielte bei mehr als jedem fünften erfassten Fehlverhalten eine Rolle.

Weitere wesentliche Ursachen waren:

  • Alkohol mit einem Anteil von rund 11 Prozent,
  • nicht angepasste oder zu hohe Geschwindigkeit,
  • das Fahren auf nicht erlaubten Verkehrsflächen,
  • unsicheres Abbiegen oder Einordnen,
  • die Mitnahme einer zweiten Person.

Besonders problematisch ist der Alkoholkonsum. 10,9 Prozent der beteiligten E-Scooter-Fahrer hatten vor dem Unfall Alkohol getrunken. Damit war Alkohol bei E-Scooter-Unfällen häufiger ein Faktor als bei verunglückten Rad- oder Kleinkraftradfahrern.

Wer alkoholisiert einen E-Scooter benutzt, gefährdet nicht nur sich selbst. Reaktionsfähigkeit, Gleichgewicht, Aufmerksamkeit und Einschätzungsvermögen verschlechtern sich bereits bei vergleichsweise geringen Alkoholmengen.

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E-Scooter sind nur für eine Person zugelassen

Im Jahr 2025 waren 822 der verunglückten E-Scooter-Nutzer als Mitfahrer unterwegs. Das entspricht einem Anteil von 5,5 Prozent. Im Vorjahr waren es noch 508 Personen gewesen.

E-Scooter sind grundsätzlich nur für eine einzige Person zugelassen. Eine zweite Person verändert das Fahrverhalten erheblich. Bremsweg, Schwerpunkt und Lenkbarkeit verschlechtern sich. Gleichzeitig steigt die Gefahr, bei einem Sturz gemeinsam unkontrolliert auf die Fahrbahn zu fallen.

Unter den 33 getöteten E-Scooter-Nutzern befand sich 2025 auch eine mitfahrende Person.

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Wer trägt die Verantwortung bei Zusammenstößen?

Bei Unfällen zwischen einem E-Scooter und einem Auto trugen E-Scooter-Fahrer in 38,1 Prozent der Fälle die Hauptschuld. Bei Zusammenstößen mit Radfahrern lag ihr Anteil an den Hauptverursachern bei 74,3 Prozent.

Besonders auffällig ist die Situation bei Unfällen mit Fußgängern: Hier wurden E-Scooter-Fahrer in 88,7 Prozent der Fälle als Hauptverursacher eingestuft.

Diese Zahlen zeigen, dass E-Scooter nicht nur eine Gefahr für die Fahrer selbst darstellen können. Auf Gehwegen, an Haltestellen, in Fußgängerzonen oder bei unübersichtlichen Kreuzungen können sie auch für andere Menschen zu einem erheblichen Risiko werden.

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Warum Jugendliche die Gefahr häufig unterschätzen

Jugendliche handeln nicht automatisch leichtsinnig. Dennoch befinden sie sich in einer Lebensphase, in der Risikobereitschaft, Gruppendruck und spontane Entscheidungen eine größere Rolle spielen können.

Hinzu kommt: Viele junge Menschen haben nie gelernt, einen E-Scooter sicher zu beherrschen. Häufig genügt das Herunterladen einer App, um innerhalb weniger Minuten am Straßenverkehr teilzunehmen. Eine praktische Einweisung oder Überprüfung der Verkehrskenntnisse findet in der Regel nicht statt.

Typische riskante Situationen sind:

  • das Fahren zu zweit,
  • Ablenkung durch das Smartphone,
  • Fahren mit Kopfhörern,
  • Nutzung nach Alkohol- oder Drogenkonsum,
  • schnelle Fahrmanöver zwischen Fußgängern,
  • Missachtung roter Ampeln,
  • Fahren auf Gehwegen,
  • fehlende Beleuchtung oder schlechte Sichtbarkeit,
  • das Fahren ohne Helm.

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Eltern sollten nicht nur verbieten, sondern aufklären

Ein pauschales Verbot wird Jugendliche nicht immer davon abhalten, einen E-Scooter zu nutzen. Entscheidend ist deshalb, dass Eltern die Risiken konkret ansprechen und gemeinsam klare Regeln vereinbaren.

Dazu gehört beispielsweise:

Ein E-Scooter wird niemals nach dem Konsum von Alkohol oder anderen berauschenden Substanzen benutzt. Es fährt grundsätzlich nur eine Person auf dem Roller. Das Smartphone bleibt während der Fahrt in der Tasche. Gehwege sind tabu, sofern sie nicht ausdrücklich freigegeben sind. Bei Dunkelheit muss die Beleuchtung funktionieren. Ein Helm sollte auch dann getragen werden, wenn derzeit keine allgemeine Helmpflicht besteht.

Eltern sollten außerdem deutlich machen, dass Regeln nicht aus Misstrauen entstehen. Sie dienen dem Schutz des Jugendlichen und aller anderen Verkehrsteilnehmer.

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Aus Mobilität darf keine Todesgefahr werden

E-Scooter können eine sinnvolle Ergänzung moderner Mobilität sein. Sie ermöglichen kurze Wege ohne Auto und können insbesondere in Städten praktisch sein. Doch Bequemlichkeit darf nicht dazu führen, dass die Gefahren verdrängt werden.

16.496 Unfälle, 1.895 Schwerverletzte und 38 Tote innerhalb eines Jahres sind ein deutliches Warnsignal.

Vor allem die hohe Beteiligung junger Menschen zeigt, dass Verkehrserziehung nicht erst beim Autoführerschein beginnen darf. Jugendliche benötigen frühzeitig Wissen über Verkehrsregeln, Bremswege, Alkoholeinfluss und die Folgen riskanter Entscheidungen.

Es geht nicht darum, Angst zu verbreiten oder E-Scooter grundsätzlich zu verteufeln. Es geht darum, Verantwortung zu übernehmen. Denn eine einzige unüberlegte Fahrt kann ausreichen, um das eigene Leben oder das Leben eines anderen Menschen dauerhaft zu verändern.

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Quelle: Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung Nr. N049 vom 16. Juli 2026: „38,1 % mehr E-Scooter-Unfälle mit Personenschaden im Jahr 2025