Der Internationale bzw. Welt‑ADHS‑Tag fand am vergangenen Sonntag – wie jedes Jahr – am 13. Juli statt. Er wurde 2012 von Prof. Russell A. Barkley initiiert, um das Bewusstsein für ADHS zu schärfen und über die Erkrankung aufzuklären. ADHS ist keine Modeerkrankung, auch wenn diese oft bagatellisiert wird.
Seit 2005 arbeite ich als zertifizierter „COACH BEI AD(H)S“ mit Kindern, Jugendlichen und Familien, die mit dieser Symptomatik zu kämpfen haben. Wichtig ist hierbei aus meiner Sicht eine ordentliche Diagnostik durch einen niedergelassenen Kinder- & Jugendpsychiater oder eine Fachklinik, wie z.B. das JOSEFINUM in Augsburg oder die HECKSCHER KLINIK in München.
ADHS – die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung – ist eine der häufigsten neurobiologischen Entwicklungsstörungen im Kindesalter. Sie zeigt sich durch Symptome wie Unaufmerksamkeit, Impulsivität und Hyperaktivität. Doch ADHS ist weit mehr als „Zappeligkeit“ – es betrifft das Denken, Fühlen und Handeln eines Kindes im Alltag.
Oftmals ist – häufig mit dem Protest der Eltern verbunden – medikamentöse Unterstützung notwendig, um die Symptomatik zu regulieren und die in Folge beschriebenen Auffälligkeiten besser in den Griff zu bekommen.
Woran erkenne ich ADHS?
UNAUFMERKSAMKEIT
Jugendliche mit ADHS
* verlieren häufig Dinge (z. B. Schlüssel, Hausaufgaben, Handy),
* haben Schwierigkeiten, längere Aufgaben zu organisieren oder zu beenden,
* sind oft leicht ablenkbar, besonders durch digitale Medien,
* wirken gedanklich abwesend oder träumen häufig vor sich hin,
* machen Flüchtigkeitsfehler, auch bei Aufgaben, die sie eigentlich beherrschen,
* können sich schwer konzentrieren – besonders bei wenig interessanten Themen.
IMPULSIVITÄT
Impulsives Verhalten zeigt sich bei Jugendlichen oft als
* unüberlegte Entscheidungen (z. B. gefährliches Verhalten, riskante Online-Aktivitäten),
* schnelles Sprechen ohne nachzudenken,
* häufige Unterbrechungen in Gesprächen,
* emotionale Reaktionen, die übertrieben wirken (Wut, Frust, Ungeduld),
* Probleme mit Regeln und Autorität – auch durch impulsives Hinterfragen oder Verweigern.
HYPERAKTIVITÄT
Im Jugendalter wird die körperliche Unruhe oft weniger sichtbar, bleibt aber als innere Unruhe bestehen
* ständiges Herumzappeln mit Händen oder Beinen,
* Schwierigkeiten, ruhig zu sitzen oder längere Zeit bei einer Sache zu bleiben (z. B. im Unterricht),
* ein ständiges Gefühl, „unter Strom zu stehen“,
* übermäßiger Rededrang oder das Bedürfnis, ständig in Bewegung zu sein.
BEGLEITENDE PROBLEME
ADHS im Jugendalter geht häufig mit weiteren Schwierigkeiten einher. Hierzu zählen z.B.
* Leistungsabfall in der Schule – trotz normaler Intelligenz,
* niedriges Selbstwertgefühl, oft durch ständige Kritik oder Misserfolge,
* soziale Konflikte oder Probleme, Freundschaften zu pflegen,
* Stimmungsschwankungen, Ängste oder depressive Symptome.
Was können Eltern tun?
- Verständnis zeigen: ADHS ist keine „Erziehungsfrage“. Es geht nicht um Faulheit oder Absicht, sondern um eine anders arbeitende Hirnstruktur.
- Struktur geben: Feste Routinen und klare Regeln helfen Kindern mit ADHS, sich besser zu orientieren.
- Geduld üben: Rückschläge gehören dazu – Fortschritte brauchen Zeit.
- Hilfe annehmen: Eine frühzeitige Diagnostik und Beratung (z. B. durch Kinderärzte, Psychologen oder Frühförderstellen) kann sehr entlastend sein. Im Rahmen ambulanter Erziehungshilfen gewähren Jugendämter pädagogische Unterstützung für Zuhause.
Gut zu wissen:
ADHS verschwindet nicht einfach mit dem Älterwerden, aber viele Betroffene lernen, gut damit umzugehen. Mit Unterstützung, Verständnis und individueller Förderung können Kinder mit ADHS ihr volles Potenzial entfalten.
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